Einbruch bei Sylvie Meis: Reiste der Täter extra nach Deutschland?
Hamburg - Nach dem Einbruch bei Sylvie Meis (47) ist am Donnerstag der Prozess gegen einen der mutmaßlichen Täter vor dem Hamburger Landgericht gestartet. Der heute 42-jährige M. gab direkt zu Beginn durch einen seiner Verteidiger an, sich "vollumfänglich einzulassen" und legte dann auch ein Geständnis ab. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren und neun Monaten, so das Gericht.
M. wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem bislang unbekannten Komplizen im Sommer 2023 in die Wohnung von Sylvie Meis im Hamburger Stadtteil Eppendorf eingebrochen zu sein.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Einbruch zwischen dem 6. und dem 14. Juli. Die gebürtige Niederländerin befand sich zum Tatzeitpunkt im Urlaub auf Ibiza.
Gestohlen wurden 30 Luxus-Handtaschen, darunter allein 22 der Marke "Hermès" sowie hochwertiger Schmuck. Der Wert der Beute wird auf mehr als 530.000 Euro geschätzt. Bis heute hat Sylvie Meis ihre gestohlenen Wertgegenstände nicht zurückerhalten.
Die Täter sollen über ein Baugerüst bis in das fünfte Obergeschoss des Mehrfamilienhauses geklettert sein, wo sie ein nicht an die Alarmanlage gekoppeltes Fenster aufbrachen und anschließend sämtliche Räume durchsuchten.
Nach dem Einbruch leitete die Polizei umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein. In der Nachbarschaft der Moderatorin wurden Plakate mit einem Zeugenaufruf angehängt. Darauf abgebildet war unter anderem eine Teleskopleiter, mit deren Hilfe die Täter über das Baugerüst in die Wohnung der damals 45-Jährigen gelangt sein sollen.
Die Staatsanwaltschaft geht von einem professionell geplanten Einbruch aus. Nach ihrer Einschätzung reiste der Angeklagte eigens für die Tat nach Deutschland. Der 42-Jährige, der bereits im Ausland verurteilt worden ist, wurde durch am Tatort gesicherte DNA-Spuren überführt.
Angeklagter entschuldigt sich bei Sylvie Meis
Am Donnerstag legte der gebürtige Albaner dann ein Geständnis ab, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet.
Er sei von seinem Komplizen gefragt worden, mitzumachen, sei jedoch nicht der "Kopf der Sache" gewesen. Den Namen des Hauptverantwortlichen nannte der zweifache Vater nach eigenen Angaben aus Angst vor Repressalien nicht.
Er habe gewusst, dass der Einbruch falsch gewesen sei, sich dennoch dafür entschieden. Die Bezahlung von 15.000 Euro habe er für eine persönliche Notlage gebraucht: Seine Mutter sei schwer krank, sein Vater im vergangenen Jahr an Krebs gestorben, die Medikamente teuer.
Dies solle sein Handeln jedoch nicht entschuldigen. Der 42-Jährige zeigte sich reuig, entschuldigte sich bei Sylvie Meis und erklärte, für seinen Tatbeitrag Verantwortung übernehmen zu wollen.
Bis Mitte Februar sind vier weitere Prozesstermine angesetzt. Fortgesetzt wird nächste Woche Donnerstag, am 29. Januar 2026.
Titelfoto: Montage: CityNewstv, Rolf Vennenbernd/dpa

