"Tattoofrei" ist zurück: Kult-Seite feiert Instagram-Comeback
Berlin - Reinhäuter gegen Tintlinge! Ein Relikt aus der Hochphase der Facebook-Memes kehrt nach langer Funkstille zurück: Die frühere Kultseite "Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben" erlebt seit dem 1. März ein Comeback auf Instagram. Für viele Internetnutzer ist es ein Stück Erinnerung.
Hinter der Seite steht ihr ursprünglicher Betreiber Chris H., der sich zuletzt weitgehend aus Social Media zurückgezogen hatte.
Im Interview mit TAG24 beschrieb er die vergangenen Jahre als Phase der Distanz. Nach der Abgabe der Accounts sei "nicht viel passiert", auch auf seinem privaten Profil habe er nur selten etwas gepostet. Ganz verschwunden sei das Thema jedoch nie. Ob privat oder online, "Tattoofrei" sei immer wieder aufgekommen.
Den Rückzug erklärte der Berliner vor allem mit Erschöpfung. Der Druck, täglich Inhalte zu liefern, habe ihn zunehmend belastet. Was einst Spaß machte, sei zur Belastung geworden. "Der Kopf war einfach leer", fasste Chris diese Phase zusammen. Schon 2020 hatte er wegen einer Facebook-Sperre die Nase voll.
Ganz losgelassen hat ihn das Projekt dennoch nicht. Beim gelegentlichen Blick auf den Instagram-Account stellte er fest, dass dieser umbenannt und die alten Inhalte gelöscht worden waren. Der neue Content habe ihm nicht gefallen, auch viele Nutzer seien abgesprungen.
Schließlich entschied er sich, den Namen zurückzuholen, was ihm nach mehreren Versuchen gelang. Heute sei es "ein cooles Gefühl", "Tattoofrei" wieder zu besitzen. Zwar rechnet er nicht mit einem Hype wie in früheren Jahren, sieht aber neue Chancen: Dank KI könne er Inhalte deutlich schneller erstellen als noch früher.
"Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben" gilt als Internetphänomen
Inhaltlich bleibt die Seite ihrem provokanten Stil treu. Zugleich unterstrich Chris, dass es ihm weniger um Reichweite gehe als um den Spaß am Projekt. Ein Neustart sei auch mit kleiner Community reizvoll.
"Tattoofrei" war in den 2010er-Jahren eine der bekanntesten Meme-Seiten im deutschsprachigen Raum. Am 23. Februar 2015 war sie auf Facebook an den Start gegangen.
Manche verstanden die bewusst provokante, wenn auch nie ernst gemeinte Kritik an Tätowierten (scherzhaft "Tintlinge" genannt), als Satire, andere waren jedoch irritiert oder empört. Wie TAG24 damals schrieb, markierte das Verschwinden der Seite einst das "Ende einer Ära".
Für die Netzkultur stand das Internetphänomen exemplarisch für einen Humor, der bewusst mit Grenzüberschreitungen spielte und genau deshalb polarisierte.
Titelfoto: privat (Bildmontage)

