Tausende protestieren gegen Luxus-Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn
Tirana - In Albanien haben am Samstag Tausende Menschen den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama (62) gefordert und gegen ein geplantes Luxus-Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner (45) protestiert.
Sie gingen in der Hauptstadt Tirana zudem gegen ein Konzert des umstrittenen US-Rappers Kanye West (49) auf die Straße. Der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftretende West hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht.
Demonstranten, die albanische Flaggen schwenkten, riefen Parolen gegen Rama und Kanye West. Rama traf sich vor dem Konzert mit dem Rapper und veröffentlichte anschließend ein Video dazu.
Seit Wochen gibt es abends Proteste in Tirana. Genaue Teilnehmerzahlen liegen nicht vor. Nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP gehen täglich Tausende Menschen auf die Straße.
Die Kundgebungen richten sich gegen den Bau eines Luxushotels im Naturschutzgebiet Zvernec an der Südwestküste Albaniens, das mit der Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump (44), und deren Ehemann Jared Kushner in Verbindung steht.
Vorgestellt wurde das Bauprojekt bereits 2024. Die Proteste gegen den Tourismuskomplex begannen, als Ende Mai Stacheldraht und Bulldozer an Stränden in Zvernec auftauchten.
Trump-Familie plant Luxus-Bauprojekt in Albanien
Dem Plan zufolge ist auch die Umwandlung der bislang unbewohnten Insel Sazan - einst eine geheime kommunistische Militärbasis - in einen glanzvollen Urlaubsort vorgesehen. Die Lagune Vjosa-Narta an der südlichen Adriaküste ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel und Flamingos.
Die albanische Regierung versucht seit langem, die Wirtschaft durch Tourismus anzukurbeln. Die Familie von US-Präsident Donald Trump (80) hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert. Kritiker werfen nicht nur Trumps Söhnen, sondern auch Kushner und seiner Frau vor, Trumps Präsidentschaft für eigene Geschäfte zu nutzen.
Titelfoto: Bildmontage: KEVIN DIETSCH / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP, Hameraldi Agolli/AP/dpa
