Von der Politik im Stich gelassen: TV-Star Gaby Köster hat "Panik, wie es weitergeht"

München/Köln - Gaby Köster (64) zählte zu den größten Gesichtern der deutschen Comedy-Szene. Im Jahr 2008 beendete ein Schlaganfall ihre Karriere. Von der Politik fühlt sie sich im Stich gelassen.

TV-Star Gaby Köster (64) ist nach ihrem Schlaganfall im Jahr 2008 auf einen Rollstuhl angewiesen.  © Britta Schultejans/dpa

Einst galt sie als Pionierin, war zum Beispiel meist die einzige Frau in der RTL-Show "7 Tage - 7 Köpfe", heute ist Köster auf den Rollstuhl angewiesen. Über ihre Zukunft macht sie sich massive Sorgen. Das TV-Rampenlicht fehlt ihr.

"Also finanziell muss ich sagen: Ja, ich vermisse das Fernsehen. Ich habe auch wirklich Panik, wie es weitergeht", gesteht die rheinische Frohnatur im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in München.

Weiter erklärt sie: "Ich hab' Pflegestufe zwei und kann mir selber nichts kochen, zum Beispiel. Aber wenn ich der Krankenkasse sage, ich brauche eine höhere, heißt es, ich sei nicht dement genug und der Schlaganfall auch schon lange her."

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Aktuell wiege sie nur noch 58 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,76 Meter. "Das ist alles nicht lustig", stellt Köster klar. Sie habe eine Reinigungsfrau und jemanden, der für sie einkaufen geht. Auch eine "unfassbar liebenswerte Nachbarin" kümmere sich um sie.

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Gaby Köster betont: "Applaus für Pflegenpersonen reicht nicht!"

In der RTL-Comedy-Show "7 Tage - 7 Köpfe" war die 64 Jahre alte Komikerin meist die einzige Frau. (Archivfoto)  © Hermann-Josef Wöstmann/dpa

"Wenn es das alles nicht gäbe, würde ich jetzt hier nicht sitzen, sondern wahrscheinlich in einer Urne", zeigt sich die Kölnerin nachdenklich. Von der Politik fühlt sie sich im Stich gelassen.

Köster sagt: "Ich habe in meinem Leben ich weiß nicht wie viel an Steuern bezahlt. Und so kann man nicht mit Menschen umgehen." Ihrer Meinung nach sollten "alle Politiker mal eine Schicht von den Pflegekräften machen".

Applaus für Pflegeperson reiche nicht. "Da können die weder Miete von zahlen noch sich ernähren oder ihre Kinder anständig beaufsichtigen", betont die Kult-Blondine. Wie diese Menschen, die lange hart für das Land gearbeitet hätten, jetzt behandelt werden, "das geht nicht".

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Für AfD-Mitglieder hat sie derweil noch einen ganz speziellen Wunsch parat: "80 Prozent aller Menschen, die in Pflegeheimen […] arbeiten, sind Ausländer. Und ich freue mich auf den Tag, wenn ein AfDler irgendwo rumliegt und dann auf eine Brasilianerin angewiesen ist, die ihm hoffentlich den Arsch mit Schmirgelpapier abwischt."

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