Vier Jahre Haft für Sohn von Mette-Marit: Marius Borg Høiby legt Berufung gegen Urteil ein

Von Julia Wäschenbach

Oslo - Im Prozess um den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), Marius Borg Høiby, ist ein Urteil gefallen!

Marius Borg Høiby (29) wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.  © Ane Hem/NTB/dpa

Monate nach dem Mammutprozess gegen ihn ist der 29-Jährige nach Medienberichten von einem Gericht in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Von zwei von insgesamt vier Vergewaltigungsvorwürfen nach norwegischem Recht sprach ihn das Gericht laut der Zeitung "Verdens Gang" frei. Für die anderen zwei wurde er demnach verurteilt.

Vier Frauen muss der Norweger eine Entschädigung zahlen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Høiby verfolgte das Urteil aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal mit, sondern über eine Videoschalte aus dem Gefängnis. 

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Laut norwegischen Medien wolle Høiby gegen das Urteil Berufung einlegen. Nicht akzeptieren wolle sein Mandant die Verurteilung wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht sowie wegen des Missbrauchs in seiner Beziehung zu einer Ex-Freundin, sagte Verteidiger Petar Sekulic der Nachrichtenagentur NTB zufolge. 

In dem Prozess, der von Anfang Februar bis Mitte März verhandelt worden war, war Høiby in 40 Punkten angeklagt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn in 39 Punkten für schuldig und wollte den Norweger für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gittern sehen.

Høibys Verteidiger hatten dagegen zum Abschluss der Gerichtsverhandlung einen Freispruch von den Vergewaltigungs-Vorwürfen gefordert und auf eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.

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Høiby wurde am Montag im Osloer Gericht verurteilt.  © Julia Wäschenbach/dpa

Drogen, Gewalt, Missbrauch: Die Liste der Vorwürfe gegen Høiby war lang

Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) wurde in zwei von vier Vergewaltigungsvorwürfen schuldig gesprochen.  © Vegard Wivestad Grott/NTB SCANPIX/EPA/dpa

Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei geht es etwa um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem Osloer Stadtteil Frogner "Frogner-Frau" nennen, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.

Die vorgeworfenen Vergewaltigungen von vier Frauen, während diese schliefen, hatte er dagegen bestritten. Während er mit den Frauen zusammen war, hatte Høiby diese gefilmt und fotografiert.

Foto- und Videoaufnahmen auf den Handys des Norwegers hatten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle gespielt. Die Verteidigung hatte während des Prozesses Zweifel an der Glaubwürdigkeit von einem der mutmaßlichen Opfer gesät.

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Unter Tränen hatte Høiby in dem Prozess die Medien angeklagt, von denen er seit frühester Kindheit verfolgt worden sei. Sich selbst hatte er als "Monster" in der öffentlichen Wahrnehmung und "Hassobjekt von ganz Norwegen" bezeichnet. Høiby war noch ein Kleinkind, als seine Mutter Mette-Marit den norwegischen Kronprinzen kennenlernte. 

Im August 2024 nahm die Polizei ihn zum ersten Mal fest. In der Wohnung seiner damaligen Freundin hatte er randaliert, gab später zu, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht.

Kurz vor dem Prozess nahm die Polizei Høiby erneut fest - er hatte gegen ein Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstoßen. Seitdem sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft.

Erstmeldung: 8.53 Uhr; Update: 13.33 Uhr

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