Scare me if you can! Hamburg Dungeon setzt auf Grusel-Laien

Hamburg - Schon einen Monat vor der Halloween-Saison ging es am Freitagabend im "Hamburg Dungeon" besonders gruselig zu. Zum ersten Mal wurde eine ScareCrew gecastet: Laien, die im Oktober für zusätzliche Gänsehaut sorgen sollen. Anlass ist das 25-jährige Jubiläum des beliebten Stationstheaters in der Hamburger Speicherstadt. TAG24 war beim Casting dabei.

"Im Dungeon darf man keine Scheu davor haben, etwas auszuprobieren, sich fallen zu lassen und einfach Spaß am Grusel zu haben", weiß Schauspielerin Juliane Neu.
"Im Dungeon darf man keine Scheu davor haben, etwas auszuprobieren, sich fallen zu lassen und einfach Spaß am Grusel zu haben", weiß Schauspielerin Juliane Neu.  © Tag24/Madita Eggers

"Ein Vierteljahrhundert – da wollten wir etwas Großes machen und vor allem unseren Gästen und Fans etwas wiedergeben", so Marketing-Managerin und Jury-Mitglied Maja Fried gegenüber TAG24. Denn viele der Gäste seien Wiederholungsgänger.

Zur Feier des Jubiläums entstand daher die Idee, das Halloween-Erlebnis noch intensiver zu gestalten, so Fried.

Die Scare Crew ersetzt dabei aber nicht die professionellen Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern ergänzt sie. Zum Beispiel im Eingangsbereich, in dunklen Gängen, an der Warteschlange oder im Shop-Ausgang – überall dort, "wo es noch ein bisschen zusätzlichen Grusel bedarf".

"Ein großer Traum": "Channel Aid" enthüllt Überraschungs-Act
Unterhaltung "Ein großer Traum": "Channel Aid" enthüllt Überraschungs-Act
Acht Minuten "Maneater" in Deutschland: Nelly Furtado zurück mit neuen Beats
Unterhaltung Acht Minuten "Maneater" in Deutschland: Nelly Furtado zurück mit neuen Beats

Die Einsätze sind auf die Wochenenden im Oktober begrenzt, denn wie die Stammgäste wissen: "In unserem heiligsten Monat ist immer was anders", so Fried. Anders gruselig natürlich. Für 56 Bewerber und Bewerberinnen klang genau das nach einer perfekten Mini-Job-Beschreibung. 20 von ihnen wurden nach einem Vorentscheid eingeladen, 14 im Alter von 18 bis 76 Jahren trauten sich am Freitag dann tatsächlich zum Casting.

Neben Mut und Kreativität spielte bei der Auswahl vor allem die Persönlichkeit eine Rolle. "Wir werden auf jeden Fall darauf achten, dass wir hier Menschen finden, die Mut haben, aus sich herauszugehen und wirklich auch was zu zeigen, was sie vielleicht nicht im normalen Alltag machen", so Janine von Ende, Schauspielleitung und ebenfalls Jury-Mitglied. Besonders wichtig sei zudem die Fähigkeit, auf Gäste zu reagieren, denn jede Show sei anders.

Das weiß auch Juliane Neu, seit 2021 Schauspielerin im Dungeon. "Man ist nirgendwo so nah an den Gästen und bekommt so ungefiltert die Reaktionen von ihnen", weiß sie. Genau diese Interaktionen seien es auch, die am meisten Spaß an dem Job machen.

Die Jury (v.l.n.r.): Janine von Ende, Schauspielleitung, Juliane Neu, Nicolas Schulze, stellvertretender Schauspielleiter und Marketing-Managerin Maja Fried.
Die Jury (v.l.n.r.): Janine von Ende, Schauspielleitung, Juliane Neu, Nicolas Schulze, stellvertretender Schauspielleiter und Marketing-Managerin Maja Fried.  © Tag24/Madita Eggers
Timo Harloff (30) spielte schon in vielen TV-Produktionen mit (aktuell in der YouTube-Serie "Hamburg 040" zu sehen) und hat sich als Teil der Scare Crew beworben, weil er Improvisieren und immer neue Herausforderungen als Schauspieler liebe. Nach der zweiten Runde war für ihn am Freitag allerdings Schluss.
Timo Harloff (30) spielte schon in vielen TV-Produktionen mit (aktuell in der YouTube-Serie "Hamburg 040" zu sehen) und hat sich als Teil der Scare Crew beworben, weil er Improvisieren und immer neue Herausforderungen als Schauspieler liebe. Nach der zweiten Runde war für ihn am Freitag allerdings Schluss.  © Tag24/Madita Eggers
In der ersten Casting-Runde mussten sich alle Kandidaten und Kandidatinnen beim "Scary-Walk" beweisen.
In der ersten Casting-Runde mussten sich alle Kandidaten und Kandidatinnen beim "Scary-Walk" beweisen.  © Tag24/Madita Eggers
Für die zweite Casting-Runde mussten die Teilnehmenden dann eine Mordwaffe im "Santa Fu" verschwinden lassen.
Für die zweite Casting-Runde mussten die Teilnehmenden dann eine Mordwaffe im "Santa Fu" verschwinden lassen.  © Tag24/Madita Eggers

Miriam Wolframm: "Wir sind hier eben keine Geisterbahn, sondern ein Stationstheater"

Überzeugt haben Max (31), Büroangestellter; Barbara (65), ehemalige Soziologin; Christina (33), Erzieherin; Alina (19), Studentin; Keila (46), Sozialarbeiterin; Linus (22), Handwerker, Maria (22), Einzelhandelskauffrau; und Bunc (41), Software-Ingenieur. (
Überzeugt haben Max (31), Büroangestellter; Barbara (65), ehemalige Soziologin; Christina (33), Erzieherin; Alina (19), Studentin; Keila (46), Sozialarbeiterin; Linus (22), Handwerker, Maria (22), Einzelhandelskauffrau; und Bunc (41), Software-Ingenieur. (  © Isabel Albrecht

Nach Aufwärm- und Stimmübungen startete das Casting mit einem "Scary Walk", gefolgt von Interaktionen in einem der gruseligsten Räume des Hauses – dem "Santa Fu".

In der finalen Runde mussten sich die Kandidaten und Kandidatinnen selbst schminken und kostümieren. Vom Mönch über die Gothic-Braut bis zur verrückten Hutmacherin war alles dabei. Mit einem selbst entwickelten "Jump Scare" sollten die Finalisten dann die Jury erschrecken.

Am Ende setzte sich acht Personen durch. Sie erhalten nun ein professionelles Coaching: "Wir werden unserer Scare Crew die Räumlichkeiten zeigen, denn die sind nochmal dunkler als hier, und erklären, wie man effizient Gäste erschreckt, Make-up-Skills beibringen und darauf achten, dass die Stimme gut im Körper sitzt [...] damit man hier nicht heiser herausgeht", erklärt Janine von Ende.

Ob Taylor das so geil findet? Ihr Verlobter macht jetzt gemeinsame Sache mit Skandal-Firma
Unterhaltung Ob Taylor das so geil findet? Ihr Verlobter macht jetzt gemeinsame Sache mit Skandal-Firma
Hobby wird Beruf: So wurde Dario Deutschlands größter Pokémon-YouTuber
Unterhaltung Hobby wird Beruf: So wurde Dario Deutschlands größter Pokémon-YouTuber

Eine dauerhafte Einbindung der Laien ist jedoch nicht geplant, wie General Managerin Miriam Wolframm gegenüber TAG24 betonte. Die Arbeit im Dungeon sei anspruchsvoll und gerade in den Anfangsjahren der Touristenattraktion oft unterschätzt worden.

"Wir sind hier eben keine Geisterbahn, sondern ein Stationstheater. Die Mitarbeitenden leisten hier wirklich wahnsinnig gute Arbeit." Täglich vor einer Gruppe von 36 Menschen zu spielen – gegen Musik, Nebel und Lärm – sei herausfordernd und brauche eine professionelle Ausbildung. Allein um stimmlich nicht schon nach einem halben Arbeitstag zu versagen.

Das Hamburg Dungeon ist besonders bei Tagestouristen sehr beliebt – auch internationale Gäste zählen zu den Stammbesuchern. Die wenigsten Besucher kommen tatsächlich aus Hamburg, erklärt Wolframm. Wer die neue Scare Crew live erleben möchte, kann sich einfach ein Ticket für die Shows an den Wochenenden im Oktober, freitags oder samstags, unter thedungeons.com sichern.

Titelfoto: Tag24/Madita Eggers

Mehr zum Thema Unterhaltung: