17-Jähriger bei Moped-Unfall in Sachsen schwer verletzt: Ermittler stehen vor einem Rätsel

Elsnig/Leipzig - Am 28. August kollidierten ein 17-jähriger Simson-Fahrer und eine 34-jährige VW-Passat-Fahrerin in einer Kurve. Der Junge wurde schwer verletzt, die Polizei stand vor einem Rätsel. Was war passiert und wer war für den Unfall verantwortlich? In der DMAX-Serie "Die Unfallermittler – Auf Spurensuche" wurden die Experten begleitet.

Frank Kolossa vom Verkehrsunfalldienst Leipzig sucht an Unfallorten nach Spuren, um die Ursachen zu rekonstruieren.  © DMAX

Frank Kolossa und Jens Wagner vom Verkehrsunfalldienst Leipzig suchten an der Ortsverbindungsstraße von Mockritz in Richtung Neiden (Ortsteile von Elsnig im Landkreis Nordsachen) nach Spuren.

Außer den Unfallbeteiligten gab es keine Zeugen. Die Ermittler mussten auf ihr Können und ihre Erfahrung zurückgreifen.

Wichtiges Indiz waren die beiden Fahrzeuge. "Hatte der Moped-Fahrer kurze Hosen an? Weil hier kann ich mir vorstellen, dass das Hautabrieb ist", sagte Kolossa, als er sich den VW Passat genauer anschaute.

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Der 17-Jährige wurde am linken Bein schwer verletzt. Er konnte nicht direkt befragt werden, da er in ein Krankenhaus gebracht und operiert wurde.

Also wurde die Passat-Fahrerin verdächtigt. "So wie es jetzt ausschaut, würde die Straftat der fahrlässigen Körperverletzung im Raum stehen", erklärte Jens Wagner.

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Die Ermittler mussten die Unfallstelle im Dunkeln absuchen und Spuren sichern. Fotos halfen ebenfalls, um den Unfallhergang nachzuvollziehen.  © Polizeidirektion Leipzig
Vor Ort wurde schnell klar, dass die Simson getuned wurde und nicht für den Straßenverkehr zugelassen war.  © EHL Media

Neue Spuren führten zu einem anderen Verdacht

Jens Wagner (l.) und Frank Kolossa gehören zum Ermittlerteam des Verkehrsunfalldienstes Leipzig.  © DMAX

Trotzdem wird bei jedem Unfall immer in beide Richtungen ermittelt. Als die Ermittler weitere Spuren auf der Straße fanden, änderte sich ihr Verdacht. "Die Kratzspuren waren recht weit drüben gewesen, sodass davon auszugehen ist, dass der Moped-Fahrer auf dem falschen Fahrstreifen unterwegs war", erläuterte Frank Kolossa.

Der Fokus der Ermittler rückte auf den 17-Jährigen. Bei der genaueren Analyse der Simson wurden starke Umbauten sichtbar. Der Vater des Jungen wurde als Halter des Mopeds angegeben. Die Polizisten konfrontierten ihn: "Ihr Sohn ist mit einem Fahrzeug unterwegs, das für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen ist."

Der Vater gab die Veränderungen zu, kritisierte allerdings die Bedingungen auf der Straße. Ein Hügel an der Strecke würde die Sicht massiv einschränken.

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Die Verkehrsermittler gingen dem Vorwurf nach und tatsächlich: "Da hat man dann festgestellt, dass sich in der Annäherung an die Kurve beide Verkehrsteilnehmer nicht sehen konnten", sagte Jens Wagner.

"Aus meiner Sicht war der Unfall für die Passat-Fahrerin nicht vermeidbar, zumal sie ihn durch die Sichtbehinderung gar nicht gesehen hat", resümierte Wagner. Der Moped-Fahrer war allerdings auch schuld, denn er hatte die Kurve geschnitten.

Die ganze Folge "Die Unfallermittler – Auf Spurensuche" mit dem Titel "Der geheimnisvolle Wall" könnt Ihr bei Joyn streamen.

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