Nico spendet für das schnelle Geld 168-mal Blutplasma: "Seitdem bin ich süchtig"

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Deutschland - Traumjob Blutplasmaspender? Nicht ganz. Für Nico (30) bedeutet regelmäßiges Spenden vor allem eins: schnell verdientes Geld, um sich eben auch mal etwas leisten zu können.

Nico (30) spendet regelmäßig Blutplasma – vorrangig, um Geld zu verdienen.
Nico (30) spendet regelmäßig Blutplasma – vorrangig, um Geld zu verdienen.  © ZDF/Roman Pawlowski

Der 30-Jährige hat in den vergangenen Jahren 168-mal Blutplasma für medizinische Zwecke gespendet, bekommt pro Spende 25 Euro ausgezahlt. Insgesamt sind das bisher also 4200 Euro plus Aktionen, bei denen es mehr gibt.

Die Einkünfte braucht Nico auch, denn er ist arbeitssuchend gemeldet und finanziert damit und mit anderen "Gelegenheitsjob" sein Leben, erzählt er in der ZDF-Doku "37 Grad Leben: Mein Körper, mein Kapital".

Das Geld sei von Beginn an verlockend und der Hauptgrund für die Entscheidung gewesen. Aber auch die Tatsache, dass er mit seiner Spende Menschenleben retten kann, spielte eine Rolle. "Seitdem bin ich süchtig nach Plasmaspenden", gesteht er schmunzelnd.

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Er probiert gern Neues aus, sagt er. "Auch um meine Grenzen zu testen und natürlich um Geld zu verdienen." Es gibt ihm den Ansporn, noch mehr zu spenden. So sei dann auch mal ein neues Handy drin oder eine Reise mit seinem Partner.

Da Nico das "Abzapfen" immer gut verträgt, hat er oft sogar zwei Termine pro Woche. Mittlerweile ziert allerdings eine größer werdende Narbe den Bereich rund um die Einstichstelle an seinem Unterarm.

Nico ist nicht nur Blutplasmaspender, sondern auch Mystery Shopper

Beispielsweise zur Herstellung von Medikamenten sind die Spendedienste auf Spenden wie seine angewiesen.
Beispielsweise zur Herstellung von Medikamenten sind die Spendedienste auf Spenden wie seine angewiesen.  © ZDF/Roman Pawlowski

Aus der Sorge heraus, irgendwann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr spenden zu können, ist Nico außerdem Mystery Shopper, also Testkäufer. Diese prüfen getarnt als normale Kunden heimlich Service und Abläufe in Unternehmen.

Dazu gehört auch der Kassencheck: Der 30-Jährige wird als Testkäufer beispielsweise beauftragt, im Supermarkt einzukaufen und dabei etwas zu klauen. So soll geprüft werden, ob die Kassierer gründlich genug kontrollieren und den Diebstahl bemerken.

"Der Adrenalinkitzel war voll da", erinnert er sich an das erste Mal zurück. "Ich liebe diesen Job und möchte ihn auch nicht mehr hergeben."

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Manchmal macht er fünf Tests am Tag, bekommt jeweils zwischen 20 und 40 Euro. Der Zeitaufwand ist groß für wenig Geld, aber er habe die Zeit. "Ich bin arbeitssuchend gemeldet, aber im gesetzlichen Rahmen tue ich alles dafür, um Geld zu verdienen", stellt er klar.

Der 30-Jährige setzt dabei aber auch Grenzen: Seinen Körper für medizinische Zwecke zur Verfügung zu stellen, sei in Ordnung – auch über Samenspende habe er schon nachgedacht. Sex gegen Geld oder ähnliches hingegen ist ein No-Go.

Pro Spende erhält der 30-Jährige in der Regel 25 Euro, hat so insgesamt schon mehr als 4000 Euro verdient.
Pro Spende erhält der 30-Jährige in der Regel 25 Euro, hat so insgesamt schon mehr als 4000 Euro verdient.  © ZDF/Roman Pawlowski

Nicos Traum: Herrenausstatter zu werden

Nico ist bewusst, dass ein fester Job mehr Sicherheit bedeuten würde. Deshalb will der Mann seinen Realschulabschluss nachholen und eine Ausbildung machen: "Herrenausstatter ist mein Traumberuf", schwärmt er. "Irgendwann muss auch mal Ruhe reinkommen."

Die ganze Folge "37 Grad Leben: Mein Körper, mein Kapital – Für die Medizin" seht Ihr am Sonntagmorgen um 9.03 Uhr im ZDF oder jederzeit als Stream in der Mediathek.

Titelfoto: ZDF/Roman Pawlowski

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