Stefan führt umstrittene Tierversuche durch: "Töten ist kein Leid"

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Münster - Zwei Jahre lang wurde nach Protagonisten für eine Tierversuchs-Doku der ZDF-Reihe "37 Grad" gesucht. Nur ein einziger hat sich bereiterklärt, über seine Forschungsarbeit zu sprechen: Prof. Dr. Stefan Schlatt von der Universität Münster.

Prof. Dr. Stefan Schlatt von der Universität Münster forscht mit Tierversuchen.
Prof. Dr. Stefan Schlatt von der Universität Münster forscht mit Tierversuchen.  © ZDF/Manfed Karremann

Er verpflanzt mit seinem Team Affenhoden auf Mäuse, dies geschehe unter Narkose. Das Ziel: Die Zeugungsfähigkeit bei Jungen und männlichen Jugendlichen nach einer Bestrahlung oder Chemotherapie wiederherstellen. Weil sie Menschen am ähnlichsten sind, werden die Primaten verwendet.

"Es gibt Menschen, die eher dazu bereit sind, darüber zu reden und zu zeigen und andere, die eben vorsichtiger sind. Das kann ich sehr gut verstehen, weil ich unfassbare Anfechtungen bekomme, weil offen zu Tierversuchen stehe. Man wünscht mir alles, nur nichts Gutes, wenn ich offen darüber spreche", sagt Schlatt.

Und ergänzt: "Töten ist kein Leid, das Tier wird eingeschläfert".

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Wenn in seinem Labor getötet wird, dann würden mit dem Tierkörper noch möglichst viele andere Tests durchgeführt werden.

In dem Labor wird ausschließlich an männlichen Affen geforscht.
In dem Labor wird ausschließlich an männlichen Affen geforscht.  © ZDF/Manfed Karremann

Affen schauen täglich zwei Stunden Kinderfernsehen

Hier werden Mäuse gezwungen, Gase einzuatmen.
Hier werden Mäuse gezwungen, Gase einzuatmen.  © ZDF/Animals Internationals

Der Uni-Professor habe jedenfalls kein schlechtes Gewissen, schließlich forsche er für den medizinischen Fortschritt, der Menschen zugutekommt.

Die Java- und Weißbüschel-Affen, mit denen er arbeitet, sind teilweise seit mehr als 20 Jahren in dem Labor, eingesperrt in Einzelkäfigen. Zwei Stunden täglich dürfen sie Kinderfernsehen schauen.

Weiter, so Schlatt, müsse er immer abwägen, "ob das, was ich vorhabe, noch sinnvoll ist oder das mit Alternativmethoden geht". Und die gibt es teilweise: durch künstliche Haut, menschlichen Zellkulturen oder Organ, mit denen auf Chips gearbeitet wird. Dies kann im Einzelfall sogar zu besseren Ergebnissen führen, heißt es von Filmmacher Manfred Karremann.

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1,3 Millionen Tiere wurden 2024 laut Bundesamtes für Risikobewertung in Versuchen eingesetzt. Zählt man für Organentnahmen verwendete oder als Überschuss gezüchtete Tiere hinzu, waren es mehr als drei Millionen.

Die Doku "Geheimsache Tierversuche - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit" zeigt das ZDF am Dienstag (29. September) ab 22.15 Uhr. In der Mediathek findet Ihr sie bereits jetzt.

Titelfoto: Bildmontage: ZDF/Manfed Karremann

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