17 Hinweise nach TV-Aufruf bei "Aktenzeichen XY": Angehörige von vermisstem Familienvater hoffen auf Wunder
Von Aleksandra Bakmaz, Marco Krefting
Lichtenau - Zwei Monate nach einem Aufruf in dem ZDF-Format "Aktenzeichen XY... Vermisst" fehlt von einem Mann aus dem Landkreis Rastatt weiterhin jede Spur. Nach der Live-Sendung am 8. Juli seien 17 Hinweise beim Polizeipräsidium Offenburg eingegangen.
"Hierunter waren jedoch keine wirklich hilfreichen oder 'heiße Spuren', aus denen neue Ermittlungserkenntnisse gewonnen werden konnten", so der Sprecher.
Alexander Bohnert aus Lichtenau gilt seit fast zweieinhalb Jahren als vermisst. Er hatte am 3. April 2024 nach einer Nachtschicht sein Haus verlassen und war zu einer Wanderung aufgebrochen. Seitdem fehlt von dem damals 51-Jährigen jede Spur. Persönliche Gegenstände wie Geldbeutel oder Ausweispapiere habe er nicht mitgenommen, sagte Kriminalhauptkommissar Elmar Reichl von der Kriminalpolizei Rastatt im ZDF.
"Unfall, Straftat oder sogar Suizid - das ist alles möglich. Wir wissen es einfach nicht, was da passiert ist", erklärt Reichl.
In der Sendung vor zwei Monaten hatte Bohnerts Familie eindringlich um Hinweise gebeten - und geschildert, wie sehr das rätselhafte Verschwinden ihren Alltag bis heute bestimmt.
Rechtliche Folgen für Familie des Vermissten
"Im Prinzip müssen ich und meine Kinder alles alleine stemmen. Es hat sich alles verändert", sagte Ehefrau Melanie Bohnert. Ihre Hoffnung sei, dass sich doch noch jemand melde, der ihren Mann gesehen habe. "Dass man endlich Klarheit kriegt."
Für die Familie hat das Verschwinden auch rechtliche Folgen. Weil Bohnert nach dem sogenannten Verschollenheitsgesetz erst nach zehn Jahren für tot erklärt werden kann, liefen Verträge und Mitgliedschaften weiter, sagte sein Sohn. "Es läuft alles rechtskräftig weiter, als würde er noch leben und bei uns sein."
Titelfoto: Bildmontage: Peter Kneffel/dpa, Polizeipräsidium Offenburg
