Stark verwest und halb eingebuddelt: Sylvia nur durch Zahn-Implantate identifiziert

Heideland/Berlin - Sylvia K. (†49) führt ein zurückgezogenes Leben in Berlin. Als sie eines Tages verschwindet, fällt das niemandem auf. Das erschwert auch die Identifizierung der Leiche.

Ein Feldweg zwischen Rudelsdorf und Walpernhain im thüringischen Saale-Holzland-Kreis. Hier wurde am 5. Juli 2018 eine stark verweste Frauenleiche gefunden.  © Polizei Thüringen

Auf seiner Gassirunde findet ein Spaziergänger am 5. Juli 2018 auf einem Feldweg im thüringischen Saale-Holzland-Kreis eine Leiche. Der Mensch, der zwischen Rudelsdorf und Walpernhain, unweit einer Unterführung der A9 zwischen den Anschlussstellen Eisenberg und Droyßig, liegt, ist halb vergraben und bereits stark verwest.

Tilo Marckwardt von der Kripo Jena berichtet in einer neuen Folge der ZDF-Reihe "XY gelöst" von einem erschwerten Start der Ermittlungen. Es werden keine persönlichen Gegenstände, kein Handy, keine Geldbörse, nicht mal Schuhe bei der Leiche gefunden.

Beamte in weißen Ganzkörper-Overalls müssen am Fundort bei anhaltenden Temperaturen von mehr als 30 Grad arbeiten. Noch schlimmer: Am späten Nachmittag setzt Starkregen ein, auf den die Region tagelang gewartet hatte. Um keine wichtigen Spuren zu verlieren, werden Zelte über dem Feldweg aufgestellt.

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Eine spätere Obduktion ergibt: Die Frau war 40 bis 60 Jahre alt, 1,75 Meter groß und hatte braune Haare. Mehr ist zunächst nicht bekannt.

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Nachgestellte Szene: Sylvia K. (49) lebte zurückgezogen in Berlin-Reinickendorf.  © ZDF/Marcus von Kleist

XY gelöst (ZDF): Nachbar tötet Affäre und plündert Konto

Der Zahnstatus der Toten führte zu ihrer Identifizierung. Prof. Dr. Rüdiger Lessig (r.), forensischer Zahnarzt an der Uniklinik Halle (Saale), erklärt ZDF-Moderator Sven Voss das Prozedere.  © ZDF/Marcus von Kleist

Als aufschlussreich ergibt sich die Untersuchung des Gebisses: Es werden mehrere hochwertig angefertigte Implantate festgestellt. Mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen folgt drei Wochen nach dem Leichenfund der Auftritt bei "Aktenzeichen XY".

Es meldet sich ein Implantat-Hersteller, der die Kripobeamten zu dem Zahnarzt führt, der sie einer Frau eingesetzt hat - Sylvia K. aus Berlin. Fünf Wochen nach der Entdeckung der pensionierten Postbeamtin ist also klar, wer die unbekannte Tote ist.

Der Eingang des von ihr bewohnten Mehrfamilienhauses im Stadtteil Reinickendorf wird per Video observiert. Schnell macht sich ein Mann verdächtig, der das Gebäude betritt, den Briefkasten leert und wieder verschwindet. Zudem werden 69 Kontozugriffe innerhalb von nicht mal acht Wochen registriert. Insgesamt gelangt der Täter so zu 16.000 Euro.

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Den entscheidenden Hinweis gibt letztlich ein Hausmeister. Auf den Videoaufnahmen erkennt er Nachbar Heiko S. (42), einen verheirateten Vater von zwei Kindern. Der gelernte Autolackierer hatte eine Affäre mit der 49-Jährigen, die habe fest mit ihm zusammen sein wollen. Als Sylvia K. der gehörnten Ehefrau alles stecken will, habe er sie umgebracht, in einen Rollkoffer gesteckt und mit seinem Auto an die thüringische A9 gefahren.

Heiko S. wird wegen Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt. Ein Mordmerkmal konnte ihm das Gericht nicht nachweisen.

Nachgestellte Szene: Polizisten nehmen den Täter fest.  © ZDF/Marcus von Kleist

Vier neue Folgen "XY gelöst" sind ab 9. September in der ZDFmediathek abrufbar. Im TV laufen die Folgen 1 ("Stumm vor Angst") und 2 ("Die Tote im Rollkoffer") am 16. September hintereinander ab 20.15 Uhr. Folge 3 ("Der letzte Schulweg") und 4 ("Der Frauenjäger") werden am 25. November - ebenfalls ab 20.15 Uhr - ausgestrahlt.

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