Kempen - Keine Leiche, keine Tatverdächtigen, keine brauchbaren Spuren: Seit mehreren Jahrzehnten ist das Verschwinden von Dagmar Knops aus Kempen (NRW) ungeklärt. Zweifel, dass die 22-Jährige Opfer eines Verbrechens wurde, gibt es heute keine mehr. Nur die über 38 Jahre andauernde Ungewissheit soll endlich aufhören.
Im Herbst 2025 wurde der Cold Case neu aufgerollt und durch die Ausstrahlung am 4. November bei "Aktenzeichen XY ... Ungelöst" gehofft, den ersehnten Durchbruch zu schaffen.
Dagmar Knops war am 28. März 1988 mit ihrer Würfel-Clique in der heute nicht mehr existierenden Kneipe "Lichtblick" in der Tiefstraße 24 in Kempen verabredet. Gegen 22.15 Uhr verlässt sie das Lokal allein.
Dabei begegnet sie einer jungen Frau, die ihrerseits vor dem "Lichtblick" eine Gruppe junger Menschen wahrgenommen hatte. Aus dieser heraus soll "Hey, du da!" gerufen worden sein, berichtete sie der Polizei später. Wem diese drei Worte galten, ist unklar.
Fest steht nur: In ihrem nur 350 Meter entfernten Elternhaus in der Siegfriedstraße kommt die 22-Jährige nicht an.
Ihre bereits fertige Seminararbeit, die die Sozialpädagogik-Studentin am 30. März an der Uni Köln abgeben musste, liegt Anfang April noch auf ihrem Schreibtisch. Nie und nimmer hätte sie den Termin verpasst, ist sich ihr Umfeld sicher.
"Aktenzeichen XY ... Ungelöst": Zwei anonyme Briefe führen ins Nichts
Nach ihrer Vermisstenmeldung am 5. April 1988 werden Zeugen befragt, Suchmaßnahmen durchgeführt, die Öffentlichkeit eingebunden - alles ohne Erfolg.
Der Fall wird zum Cold Case und erst ab 2005 kommt wieder Bewegung rein. In diesem Jahr und drei Jahre später erhalten die Ermittler zwei anonyme Briefe über angebliche Ablageorte der Leiche auf zwei Baustellen. Auch diese Spuren bleiben ergebnislos.
Bis heute ist unklar, in welche Richtung Dagmar den "Lichtblick" verlassen hat, ob sie auf dem Nachhauseweg einer fremden oder bekannten Person begegnet ist, mit der es dann möglicherweise zu einer Auseinandersetzung kam.
Für Stefanie Kohnen von der zuständigen Kripo Mönchengladbach ist lediglich klar: "Wir gehen in jedem Fall davon aus, dass Dagmar getötet wurde."
Seit Sendungsbeginn bis Donnerstagmittag seien rund 20 weitere Hinweise eingegangen, teilte Polizeioberkommissarin Alina Purenkov auf TAG24-Anfrage mit. "Darunter befinden sich auch Hinweise, die möglicherweise neue Ermittlungsansätze eröffnen."
Dagmar Knops' Eltern sterben, ohne das Schicksal ihrer Tochter zu kennen
Besonders tragisch: Ausgerechnet der freudige Tag ihrer Urlaubsabreise am 18. März 1988 sollte das letzte Mal sein, dass Dagmars Eltern ihre Tochter sehen. Sie haben den Schmerz über das ungeklärte mutmaßliche Verbrechen mit ins Grab nehmen müssen - sie starben 2023 und 2024.
Alle Informationen zum Fall stehen auf moenchengladbach.polizei.nrw zur Verfügung.
Für Hinweise sind mehrere Belohnungen von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Diese richtet Ihr bitte ans Polizeipräsidium Mönchengladbach, Krefelder Straße 555, 41066 Mönchengladbach, Tel. 02161-290 oder per Mail an MK.Knops.Moenchengladbach@polizei.nrw.de.
Die aktuelle Folge "Aktenzeichen XY ... Ungelöst" steht zum Abruf in der ZDF-Mediathek bereit.