Als Postbote entwickelte Boris Mayer die DHL-Packstation, jetzt baut er eine verbesserte Variante

Leipzig/Bonn - Boris Mayer und Christof Schares aus Bonn entwickelten vor gut 20 Jahren die erste DHL-Packstation. Heute sagen sie, dass sie etwas deutlich Besseres gebaut haben, stellen ihre Idee in der MDR-Sendung "Einfach genial" vor und lassen sie von Experten bewerten.

Boris Mayer findet seine alte Idee der DHL-Packstation nicht mehr zeitgemäß und hat eine neue Alternative entwickelt.  © MDR

Als ehemaliger Postmitarbeiter kennt Boris Mayer die Probleme der Branche nur zu gut. Bis 2030 werden vermutlich fünf Millionen Pakete pro Jahr verschickt. Besonders zu Stoßzeiten sind die Paketstationen oft überlastet.

Mayer und Schares haben mittlerweile ein eigenes Start-Up mit mehreren Mitarbeitenden gegründet und ihre frühere Idee verbessert.

Statt einer stationären Station haben sie jetzt einen Paketanhänger gebaut, der mobil ist, keine Baugenehmigung benötigt, nur so viel Stellplatz einnimmt, wie ein normaler PKW und überall abgestellt werden kann. Irgendwann könnte das durch autonomes Fahren auch ganz ohne Fahrer passieren.

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Im Inneren befindet sich ein Robotik-System. Ein Algorithmus bestimmt, wie die Pakete sortiert werden und transportiert sie vom Regal zum wartenden Kunden.

Zusätzlich soll eine eigene Mehrwegtransportverpackung angeboten werden. Dann können Waren zukünftig auch ganz ohne Verpackungen verschickt werden und so kann Material gespart und es entsteht weniger Müll.

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Logistik-Experte Andreas Löwe ist skeptisch

Besonders zu Stoßzeiten sind die Packstationen oft überlastet. (Archivbild)  © Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild/dpa

Die MDR-Sendung "Einfach Genial" lässt den Logistik-Experten Andreas Löwe die neue Paketstation testen. "Ich glaube, dass es Bereiche gibt, wo das sinnvoll ist. Zu Weihnachten brauchen wir richtig viele Packstationen", stellt er fest. "Ich bin mir unsicher, ob es in der Masse das ersetzt, was wir mit den stationären Stationen schon aufbauen."

Als potentielle Kundin darf Content Creatorin Carolin Kocsis sich probieren. Mit einem Zahlencode holt sie ein Paket ab. Das Versenden funktioniert genauso einfach. Sie kann ihre Waren einfach in die Mehrwegbox legen, ohne sie vorher einzupacken.

"Es ist komisch auf einmal einfach nur reinzugreifen und Ware direkt in der Hand zu halten, aber es schont Ressourcen", sagt sie.

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Bei der Zeit, die Kunden haben, um ihr Paket abzuholen, wollen die Erfinder etwas ändern. Statt einer Woche, wie es aktuell der Fall ist, sollen die Kunden nur noch 14 Stunden Zeit haben, um das Paket zu holen, bevor die mobile Station weiterzieht.

"Wir empfehlen den Paketdienstleistern, das Paket am folgenden Tag nochmal in den Automaten zu legen", so Mayer. Danach solle der Kunde informiert und gefragt werden, wieso er sein Paket noch nicht abgeholt hat. Erste Praxistests mit einem Prototypen laufen bereits.

Die ganze Sendung "Einfach Genial" vom MDR seht Ihr immer dienstags um 19.50 Uhr im MDR oder zum Streamen in der ARD Mediathek. Dort findet Ihr auch die aktuelle Folge mit der alternativen Paketstation.

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