RTL-Bachelor Sebastian Preuss outet sich als homosexuell und kassiert direkt einen Shitstorm!

München - Sebastian Preuss (29) ist dem geneigten TV-Zuschauer aus dem überaus beliebten RTL-Format "Der Bachelor" bestens bekannt. Auf Instagram gewährt der Mann, der weiterhin als Single durch das Leben geht, seinen zahlreichen Followern auch weiterhin immer wieder Einblicke in sein Privatleben. Der neueste Beitrag sorgt dabei für Aufsehen.

Sebastian Preuss (29) ist dem geneigten TV-Zuschauer aus dem überaus beliebten RTL-Format "Der Bachelor" bestens bekannt. (Archivbild) 
Sebastian Preuss (29) ist dem geneigten TV-Zuschauer aus dem überaus beliebten RTL-Format "Der Bachelor" bestens bekannt. (Archivbild)  © TVNow

"Hey, meine lieben Leute", leitet der 29 Jahre alte Münchner ein etwas längeres und zudem scheinbar bedeutungsschwangeres Statement auf seinem offiziellen Instagram-Kanal ein, für welches er in seiner Story zusätzlich die Werbetrommel rührt.

Worum es geht? 

Natürlich um das Liebesleben des Mannes, der wohl manchem RTL-Zuschauer aufgrund seines  teils extrem fragwürdigen Auftretens so schnell keinesfalls aus dem Kopf gehen dürfte. Großes Verständnis, Feingefühl und Einfühlungsvermögen stehen vor allem in Liebesangelegenheiten offenbar nicht sonderlich weit oben auf seiner Rangliste.

So sei es laut Preuss, der bekanntlich zu Beginn des Jahres im TV nach seiner Traumfrau gesucht, aber letztlich für ein Novum gesorgt hatte, endlich an der Zeit, etwas Licht in das Dunkel seines Seelenlebens zu bringen, mit der "Wahrheit rauszurücken". 

Bei einem Blick auf das Datum des Beitrags schwant einem an dieser Stelle nichts Gutes.

"Aus meinem besten und langjährigen Freund ist mein geliebter Schatz @chrisnecka geworden", holt der Malermeister, der seit Jahren einen eigenen Betrieb mit mehreren Mitarbeitern besitzt, weiter aus. Spätestens an diesem Punkt dürfte jedem klar sein, worauf das ihm angeblich so schwer fallende Statement im weiteren Verlauf abzielen wird und auf welcher Grundlage es überhaupt basiert. Ein Liebes-Outing des RTL-Bachelors am 1. April. Lustig? Mitnichten!

Doch zunächst weiter im Text: Ein Offenbaren der scheinbar innersten Gefühle des 29-Jährigen folgt, das sich zweifelsohne auf dem gewohnten und deshalb erwartet überschaubaren Niveau bewegt. "Über die Jahre bist Du mir besonders wichtig geworden und die Zeit als Bachelor habe ich genutzt, um zu erkennen, ob meine Gefühle Dir gegenüber der Wahrheit entsprechen", schreibt Preuss. Ein Bild, das die tiefe Beziehung der beiden Männer zeigt, darf logischerweise nicht fehlen.

Auch an die Frauen, die sich seiner geradezu magischen Anziehungskraft, sollten sie in der TV-Sendung oder seinem bisherigen Leben und somit den heimischen vier Wänden nicht freiwillig vorzeitig das Feld geräumt haben, trotz seiner angeblichen Homosexualität nicht entziehen konnten, wendet sich Preuss. Es tue ihm "furchtbar leid", erklärt der Protagonist der zehnten Staffel des Reality-Formats, man solle ihm deswegen nicht böse sein. "Aber ich stehe zu meinen Gefühlen und bin überaus dankbar darüber, dass Ich es endlich über mein Herz gebracht habe, Euch diese Nachricht mitzuteilen."

Alles in allem wollte der Rosenkavalier, der im TV im Anschluss an seine Suche sogar in Tränen ausgebrochen war, mit seinem Outing über die Social-Media-Plattform wohl lediglich lustig sein, gewährte aber stattdessen einen weiteren Einblick in sein Innerstes, der sich nahtlos in ein Gesamtbild fügt, das wahrlich kein Kunstwerk zu sein scheint. Immer vorausgesetzt, dass Preuss sich nicht verstellt, sondern auch in den sozialen Netzwerken einfach nur er selbst ist.

Shitstorm! Instagram-Follower von Sebastian Preuss sind von Aprilscherz alles andere als angetan

Kickboxer mit Erfolg: Sebastian Preuss (29) freut sich über seinen Sieg in der WKU Weltmeisterschaft im Thaiboxen. (Archivbild)
Kickboxer mit Erfolg: Sebastian Preuss (29) freut sich über seinen Sieg in der WKU Weltmeisterschaft im Thaiboxen. (Archivbild)  ©  Felix Hörhager/dpa

Entsprechend fallen auch die Reaktionen in den Kommentaren aus. Natürlich wird Preuss von einem Teil seiner rund 203.000 Abonnenten, die ihm inzwischen auf Instagram folgen und wohl genau wissen, was sie zu erwarten haben, gefeiert. Viel interessanter und wirkungsvoller sind jedoch jene unzähligen Kommentare, die von seinem Aprilscherz eher wenig bis gar nichts halten.

Zumal ein Aprilscherz sich in der Regel dadurch auszeichnen sollte, dass er zumindest kurzzeitig halbwegs glaubhaft erscheint und nicht einfach nur ein erschreckenderweise auch im Jahr 2020 noch immer brennend aktuelles gesellschaftliches Problem derart unnötig ins Lächerliche zieht.

Besonders die Geschmacklosigkeit, die der Beitrag in sich trägt, stößt vielen dabei übel auf. "Irgendwie finde ich es nicht lustig, mit sowas einen Aprilscherz zu machen... das degradiert wieder mal die LGBTQI Community", schreibt ein Follower und erhält von extrem vielen Instagram-Usern danach volle Rückendeckung.

Für jeden Menschen, der wegen seiner Liebe zu einem anderen oder des eigenen Verständnisses der eigenen Sexualität herablassend behandelt, beleidigt, über längere Zeit gemobbt oder gar körperlich angegriffen wurde, muss sich ein solches Trauerspiel in Form eines Social-Media-Postings letztlich wie ein schmerzhafter und nachhallender Schlag in die Magengrube anfühlen. Noch immer wissen viele nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, fühlen sich überfordert. Sie leiden, fühlen sich verachtet und letztlich wertlos. Manche gar so sehr, dass sie keinen Ausweg mehr sehen und sich das Leben nehmen.

Die Augen davor zu verschließen oder dumme Witze über ein solches Thema zu machen, ist schlichtweg unerträglich und zeugt von allem - nur nicht von geistiger Reife. "Ich finde, dieser Aprilscherz ist nicht sehr lustig. Viele Menschen haben gekämpft, damit sie mit der Person zusammen sein können, die sie lieben. Viele trauen sich heute noch nicht, sich zu outen", bringt eine Nutzerin das Kernproblem eines ansonsten ebenso harmlosen wie überschaubar lustigen Aprilscherzes auf den Punkt. 

Genau jene Problematik ist es, die sich in nahezu allen Kommentaren und den aufgrund der im Internet stets vorherrschenden Anonymität des Einzelnen vermehrt eskalierenden Diskussionen widerspiegelt. So wird etwa festgestellt, dass es "ein dummer Scherz" sei und dazu "völlig daneben". "Richtig daneben", schreibt eine Nutzerin der Plattform und schiebt unmittelbar folgende Feststellung nach: "Aber mehr konnte man wohl auch nicht erwarten. Auch das Bild dazu ist 'ne richtige Frechheit."

Preuss, der als 18-Jähriger ein halbes Jahr in der JVA Stadelheim im Gefängnis saß und einen Mann mit einem lebenden Schwan verprügelt haben soll, sich aber im RTL-Format geläutert präsentierte und stattdessen gar als Vorbild und helfende Hand für Jugendliche, die sich in einer schwierigen Phase ihres Lebens befinden, fungieren will, habe "wieder mal sein wahres Gesicht" gezeigt und trete Werte mit Füßen. "Wenn das ein Aprilscherz sein soll, dann ist das absolut nicht witzig und eine Beleidigung allen homosexuellen Männern gegenüber, die sich dazu durchringen, sich zu outen. Das ist einfach respektlos. So ein ernstes Thema zieht man nicht ins Lächerliche! Fand dich bis jetzt echt sympathisch, aber das ist echt 'ne verdammt uncoole Aktion."

So schlagfertig der Kickbox-Weltmeister aus der bayerischen Landeshauptstadt mit seinen Fäusten und anderen Körperteilen in so mancher Lebenslage zu sein scheint, so sehr mangelt es ihm offenbar an Verständnis, Feingefühl und - wenn es nach vielen seiner Follower geht - spätestens seit dem 1. April 2020 ferner einem Sinn für Humor.

Wie Sebastian Preuss auf den Gegenwind reagiert hat, findest du >>> hier.

Titelfoto: TVNow

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