Köln - Gefühlschaos bei "Bares für Rares": Horst Lichter hat zunächst nur Augen für die Verkäuferin. Im Händlerraum bringt die Sympathie jedoch nichts - es kommt zum Abbruch.
"Ein schönes Gemälde, eine bezaubernde Dame", flirtet der 64-jährige Moderator gleich munter drauflos, als Maja Zimdares-Kaus aus Köln zu ihm an den Tresen tritt. Dann legt er weiter nach: "Maja, du hast sehr schöne Äuglein, die strahlen so schön."
Die 68-jährige Rentnerin und ehemalige TV-Redakteurin fühlt sich in Lichters Gegenwart ebenso wohl. "Ich hab ja auch allen Grund - ich bin hier", kontert sie keck. Der Gastgeber zeigt sich geschmeichelt. Leider strahlt das mitgebrachte Bild nicht so sehr wie die beiden.
"Das ist ein bisschen düster", merkt Lichter an. Expertin Bianca Berding (49) bestätigt den Eindruck: "Das Gemälde wirkt dunkel, in erster Linie, weil es dringend gereinigt werden muss." Zu sehen ist ein Kind vor einem Kaminfeuer mit Reisigbesen auf dem Schoß.
Laut der Kunsthistorikerin sei das Werk von Künstler Wilhelm Pistor mit dem Titel "Der kleine Schornsteinfeger" vor allem deshalb so düster gemalt, da es aus einer für Kinder düsteren Zeit stamme, in der Kinderarbeit noch normal gewesen sei.
Auf Nachfrage von Lichter verrät Maja ihren Wunschpreis: 500 Euro. Dieser deckt sich mit Berdings Schätzwert. An eine Überraschung im Händlerraum glaubt die Expertin nicht. Der Künstler sei zu unbekannt und das Bild mit viel Krakelee überzogen.
Kollegen sind raus: "Bares für Rares"-Händler überbietet sich mehrfach selbst
Julian Schmitz-Avila (39) ist tatsächlich auch gleich enttäuscht, nachdem er das Gemälde enthüllt hat. Er outet sich als "absoluter Hundemensch" und hätte sich vielmehr über einen Bello anstatt einer Katze im Bild gefreut. Dennoch bietet er 150 Euro.
Weil seine Kollegen schweigen, legt der 39-Jährige selbst noch 50 Euro nach. In Schwung kommt die Auktion dadurch aber auch nicht. "Dat is nix für mich, dat ist mir zu düster", motzt Walter Lehnertz (59). Auch Jos van Katwijk bekommt beim Anblick der Malerei "keine Freude".
Schmitz-Avila überbietet sich anschließend sogar noch ein weiteres Mal, stellt aber sofort klar: "Bei 300 bleibe ich hart." Zu wenig für die Verkäuferin. Elisabeth Nüdling (46) erkennt Majas Zwiespalt: "Sie müssen nicht verkaufen, wenn das Herz dranhängt", lautet ihr gut gemeinter Hinweis.
Nach kurzer Bedenkzeit entscheidet sich die Rentnerin tatsächlich gegen einen Verkauf: Sie nimmt ihr Gemälde wieder mit nach Hause. "Vielleicht hab ich mit dem Bild noch eine andere Chance", überlegt sie. Nüdling und ihre Kollegen "drücken die Daumen".
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.