Sensation bei "Bares für Rares": Sepp kassiert für alte Speisekarte kleines Vermögen
Köln - Solche Geschichten schreibt nur "Bares für Rares": Ein Verkäufer kommt mit einer Speisekarte in die Sendung und kassiert dafür ein kleines Vermögen. Doch was macht das Stück Papier so wertvoll?
"Oh! Handschuhe", staunt Horst Lichter (64) über die Vorsicht, mit der sich Experte Detlev Kümmel (58) dem Objekt annimmt. Als ehemaliger TV-Koch brennt dem Moderator eine Frage besonders unter den Nägeln: "Was gab es denn Leckeres?"
Der Sachverständige geht die einzelnen Speisen durch: "Gänsestopfleber, Ochsenschwanzsuppe, danach gab es dann Kalb, zum Schluss gab es dann die Käseplatte, und danach gab es dann noch ein Soufflé mit heißen Früchten."
Mitgebracht hat die edle Karte Sepp aus Brunnen am Vierwaldstättersee. Der Studio-Gast ist jedoch nicht nur Besitzer, sondern gleichzeitig auch der Küchenchef, der den gelisteten Gaumenschmaus einst auf den Teller gezaubert hat.
So richtig exklusiv wird das Schriftstück jedoch erst durch eine Signatur. "Ich hatte das Vergnügen und durfte für Andy Warhol und andere Gäste dieses Menü kochen", erläutert Sepp. Der Name des Pop-Art-Superstars sorgt bei Lichter für Schnappatmung.
Wie der Verkäufer weiter ausführt, sei er nach dem Essen in den Speisesaal gebeten worden. Dort habe man ihn gefragt, ob er ein Autogramm von Warhol wolle. "Mit dem grünen Kugelschreiber hat er dann dieses Kunstwerk vollbracht", erinnert sich Sepp.
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"Bares für Rares"-Händler sagt Bietergefecht voraus - und behält recht
Das Essen fand am 24. Mai 1978 zwei Tage vor einer Ausstellungseröffnung in Zürich (Schweiz) statt. "Es ist definitiv eine Handsignatur", bestätigt Kümmel die Echtheit. Grinsend fügt der Experte dann noch hinzu: "Es scheint ihm geschmeckt zu haben."
Doch was ist die Speisekarte wert? Sepp hat selbst keine Vorstellung und rät: "Ein echter Warhol - 400 Euro?" Laut Kümmel, der in der Widmung gar eine "Zeichnung" erkennen will, sei sogar ein Erlös von 600 bis 700 Euro möglich.
Mit dieser unerwartet hohen Schätzung im Gepäck entert der Verkäufer den Verhandlungsraum. "Wir sind ganz, ganz angetan und finden das sehr spannend", lässt Daniel Meyer (53) den sympathischen Besucher wissen. Ein gutes Zeichen.
Sein Händlerkollege Wolfgang Pauritsch (54) erwartet überdies "ein Bietergefecht" - und behält recht. Nach dem Startgebot von 250 Euro fliegen die Summen nur so durch den Raum. Selbst bei 1000 Euro ist noch lange nicht Schluss.
Am Ende steht ein echter Sensationspreis im Raum und Meyer stellt die entscheidende Frage: "Verkaufen Sie mir diese schöne Diner-Karte für 1800 Euro?" Sepp stimmt dem Deal zu. "Boah, ich bin echt überrascht", freut sich der Koch. "Kaum zu glauben!"
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.
Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

