Ex-Arbeitsvermittler muss Hartz 4 beantragen: "Hier bricht gerade alles zusammen!"

Leipzig/Korbußen - Lars Naundorf (46) war früher ein erfolgreicher Arbeitsvermittler, der vor allem Langzeitarbeitslosen durch seine Seminare zu Jobs verhalf. Die Corona-Pandemie erschütterte seine Existenz, Neundorf musste Insolvenz anmelden. Das Team von MDR-exactly begleitete den Thüringer, wie er genau das gleiche Schicksal durchmachen musste, wie zuvor seine Klienten.

Mit seiner eigenen Firma half der heute 46-jährige Lars Naundorf zahlreichen Menschen. (Archiv)
Mit seiner eigenen Firma half der heute 46-jährige Lars Naundorf zahlreichen Menschen. (Archiv)  © Steffen Füssel

Das Fernseh-Team traf ein, als der Geschäftsmann einen seiner Tiefpunkte nach Anmeldung der Insolvenz erreichte: Ein Gutachter hatte sich angemeldet, um zu schauen, ob es in seinem Büro noch verwertbare Gegenstände gibt.

Vom Blumentopf bis hin zum Drucker wurde alles niedergeschrieben. Ein demütigendes Gefühl für Lars Naundorf. "Hier bricht gerade alles zusammen. Ich dachte, die Insolvenz wäre meine Rettung, habe nicht damit gerettet, dass sie mir eher den Boden unter den Füßen wegzieht", stellte Naundorf nüchtern fest.

Sein Insolvenzverwalter hatte dem 46-Jährigen zudem mitgeteilt, dass er keine Hoffnungen habe, dass sein Seminargeschäft noch weitergehen könnte.

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Doch wie war der Thüringer überhaupt in diese missliche Lage geraten? Im Jahr 2005 machte sich Naundorf erstmals einen Namen, weil er Arbeitslosen am Rande von Demonstrationen gegen Hartz 4 seine Hilfe anbot.

Kurz darauf wurden seine Seminare, vor allem die für Langzeitarbeitslose, deutschlandweit ein Erfolg.

Corona-Pandemie beendete Naundorfs steile Karriere

Doch dann geriet der 46-Jährige während der Corona-Pandemie ins Straucheln: In Präsenz konnten seine Seminare nicht mehr stattfinden, online floppten die Kurse. Anfang 2022 musste Naundorf Insolvenz anmelden.

Im März 2022 begleitete das Team von MDR-exactly den ehemaligen Seminarleiter beim Gang zum Arbeitsamt. Dort beantragte Naundorf Hartz 4. "Das ist heute ein Gang, bei dem ich das Gefühl habe, nicht mehr über mein Leben bestimmen zu können", so der 46-Jährige traurig. An diesem Schritt führte kein Weg vorbei - Naundorf gab sich aber selbst das Versprechen, innerhalb von sechs Monaten wieder einen Job zu haben.

Dass es für den Thüringer danach erstmal noch so richtig bergab gehen sollte, ahnte er in diesem Moment noch nicht. Wie es für Lars Naundorf weiterging und warum der Geschäftsmann schließlich auch im Gefängnis landete, seht Ihr in der kompletten Doku auf YouTube.

Titelfoto: Steffen Füssel

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