Dunja Hayali bei ZDF-Doku total schockiert: So schlecht steht es um die Deutsche Bahn

Mainz - In ihrer Doku-Reihe "Am Puls" hat sich Dunja Hayali (52) mit den Problemen bei der Deutschen Bahn beschäftigt und dabei teils katastrophale Zustände aufgedeckt.

In der neuen Ausgabe ihrer Doku-Reihe "Am Puls" hat sich Journalistin Dunja Hayali (52) mit dem Zustand der Deutschen Bahn beschäftigt.  © ZDF/Jonny Müller-Goldenstedt

Neben der fehlenden Pünktlichkeit ist es vor allem die mangelhafte Sicherheit, die die Journalistin schockiert. So beschreibt ein Lokführer, der anonym bleiben will, wie bei der Bahn auf Hinweise zu möglichen Gefahren auf einer Strecke reagiert werde - nämlich zumeist gar nicht. Er melde Auffälligkeiten seinem Fahrdienstleiter, der nehme das zur Kenntnis und leite es weiter. "Dann hört das Wissen darüber auf."

Da er so nicht wisse, ob seine Beanstandungen ausgebessert worden seien, begebe er sich häufig auf eine Fahrt ins Ungewisse. "Es gibt tatsächlich Momente, in denen ich mich nicht wohlfühle", sagt der Lokführer. Aus Sicherheitsgründen fahre er deshalb häufig langsamer, was dann natürlich zu fehlender Pünktlichkeit führt.

Hauptproblem sei die stark veraltete Technik, die so teils schon vor 50 Jahren eingesetzt wurde.

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Das sagt auch der Bahnexperte Hans Leister im Gespräch mit Hayali. "Wir setzen auf die Uralt-Technik von gestern, nämlich Signale zu erkennen mit unseren Augen", so der frühere führende DB-Mitarbeiter.

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Nur zwei Prozent des Schienennetzes ausgerüstet: Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher

Lokführer Matthias Grün (m.) zeigt Hayali, wie hervorragend ein ICE durch digital ausgestattete Streckenabschnitte kommt. Leider sind nur zwei Prozent des Schienennetzes in Deutschland mit dem ETC (European Train Control System) ausgerüstet.  © ZDF/Jonny Müller-Goldenstedt
Fahrdienstleiter Luca Dietmann bedient Schalttechnik aus Großvaters Zeiten. Von diesen Relaisschaltwerken Jahrgang 1967 hat die Bahn noch weit über 1000 Stück im Einsatz.  © Sebastian Wagner/ZDF

Wie es anders gehen kann, zeigt das Beispiel Belgien. Hier waren 2010 bei einem schweren Zugunglück 19 Menschen ums Leben gekommen, 172 wurden verletzt. Ein Lokführer hatte ein rotes Signal übersehen und es kam zum frontalen Zusammenstoß zweier Regionalzüge.

Die Folge: Innerhalb von 15 Jahren wurde der komplette Bahnverkehr in unserem Nachbarland digitalisiert. Die Pünktlichkeit liegt nunmehr bei 92 Prozent (in Deutschland bei 60 Prozent) und das Zugfahren ist enorm sicher geworden.

In Deutschland sind hingegen lediglich zwei Prozent des Schienennetzes mit dem digitalen ETC (European Train Control System) ausgerüstet.

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Was erhofft sich Bahn-Chefin Evelyn Palla?

Bahn-Chefin Evelyn Palla (r.) sagt im Gespräch mit Hayali, dass bei den aktuellen Sanierungsarbeiten die Bahnstrecken zumindest auf die Digitalisierung vorbereitet werden würden.  © ZDF/Felix Korfmann

Ob sich das bald ändert? Immerhin werde bei den groß angelegten Sanierungsarbeiten an den deutschen Bahnstrecken die Digitalisierung zumindest "vorbereitet", erklärt DB-Chefin Evelyn Palla (53) im Gespräch mit Hayali.

Was sie sich für die Zukunft erhoffe? "Ich wünsche mir, dass wir in Deutschland wieder stolz sind auf unsere Bahn und dass in einigen Jahren die Pünktlichkeit höher ist als das, war wir heute sehen", sagt Palla.

Die Doku "Am Puls mit Dunja Hayali - Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich" ist bereits auf "ZDF.de" als Stream verfügbar.

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