Ex-Boxer verschwindet spurlos: Ermittler kommen grausamem Mord auf die Spur!

Karlsruhe - Ein ehemaliger Boxer wird Teil einer kriminellen Bande und verschwindet spurlos. Am Ende kommt heraus: Es war Mord. Der Fall war nun Thema bei der ZDF-Dokureihe "Ermittler!".

Mordopfer Hans S. war die rechte Hand der beiden Verbrecherbosse. Seine Gier wurde ihm offenbar zum Verhängnis. Er zweigte Geld ab, musste deshalb sterben.
Mordopfer Hans S. war die rechte Hand der beiden Verbrecherbosse. Seine Gier wurde ihm offenbar zum Verhängnis. Er zweigte Geld ab, musste deshalb sterben.  © Screenshot ZDF/Ermittler

In der Folge vom Samstagabend ging es um den Fall des verschwundenen Hans S., seines Zeichens früher Boxer und später Teil einer kriminellen Bande. Im November 1994 verschwindet S. in Karlsruhe spurlos.

Sechs Jahre später geht Detlef K. zur Polizei. K. ist nach außen hin Chef eines Handwerksbetriebs. Inoffiziell aber Chef der Bande, deren Mitglied S. ist.

Der Verbrecher verdient sein Geld mit Raub, Betrug und Prostitution. Mit seinem Komplizen Willi B. ist er Kopf der Bande "mit mafiösen Strukturen", wie es in der Doku heißt. Die schweren Jungs lassen sich keine Gelegenheit entgehen, um an Geld zu kommen.

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Und dann steht K. plötzlich eines Tages im Büro von Kommissar Wolfgang Metzger in Karlsruhe und teilt mit, dass S. umgebracht wurde!

Und damit nicht genug: Der Bandenchef kündigte an, dazu beitragen zu können, "den Mord an Hans zu klären und er wisse, wer es war und wie es passiert ist".

Was war die Motivation des Gangsters? Laut ZDF hatte K. bei einem Immobilienkauf eine Erbengemeinschaft über den Tisch gezogen. Er musste den Millionenbetrag zurückzahlen. Doch darauf hat der Berufsverbrecher keine Lust, überschreibt die Immobilien auf seine Lebensgefährtin.

Ex-Boxer mit Kopfschuss hingerichtet

Co-Chef der Verbrecherbande: Willi B. Doch tötete der Verbrecher tatsächlich alleine? Den Ermittlern kamen Zweifel.
Co-Chef der Verbrecherbande: Willi B. Doch tötete der Verbrecher tatsächlich alleine? Den Ermittlern kamen Zweifel.  © Screenshot ZDF/Ermittler

Dabei kommt jedoch heraus, dass seine Partnerin eine Affäre mit seinem Co-Chef Willi B. hat. Der Gehörnte belauscht ein Gespräch der Turteltäubchen.

In dem kündigt B. mit Blick auf K. an: "Wenn der nicht mehr ist, gehört uns alles." Der Chef hat Sorge, ums Eck gebracht zu werden!

Also verpfeift er seinen Blutsbruder Willi B. bei den Ermittlern, hält alles sogar schriftlich fest.

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In einem Brief schildert der Verbrecherboss, warum Hans S. ermordet wurde. Demnach zweigte S. Gelder ab, wirtschaftete in die eigene Tasche. Auch eine mögliche Spitzeltätigkeit des Ex-Boxers stand im Raum. Die Bandenchefs sind sich einig: S. muss sterben.

Am Abend des 3. November 1994 lockt Detlef K. den Mann auf sein Firmengelände. Er selbst sei aber nicht dort gewesen, versichert er. Auch ein Alibi hat er: Er lag krank in seiner Wohnung.

Im Hof des Geländes wartet derweil ein weiteres Bandenmitglied bereits auf S., wie Mordermittler Metzger berichtet: "Der Kumpel hat bewaffnet hinter einem Wohnmobil gestanden und Willi stand weiter im Dunkeln, nach hinten." Der Co-Bandenchef tat so, als würde er arbeiten.

Als Hans S. das Gelände betritt, ruft ihn B. zu sich - damit dieser ihm helfe. S. ist auf dem Weg zu B., da kommt der Komplize hinter dem Wohnmobil hervor und feuert. Ein ganzes Pistolen-Magazin entlädt er auf den in Ungnade gefallenen S. Doch das Opfer ist nicht tot!

Hans S. steht auf und schleppt sich zum Ausgang. Doch seine Häscher sind schneller, packen ihn und schleifen ihn auf eine im Hof liegende Plane. Er muss darauf knien. Direkt neben dem Firmengelände liegt eine Zugstrecke. "Wenn der nächste Zug kommt, dann kriegst Du einen Kopfschuss", kündigt B. an.

Angeblich muss S. sogar noch ein Lied singen. Erst als der Zug kommt, schießt ihm B. in den Kopf!

So fälschte Detlef K. sein Alibi

Verbrecherchef Detlef K. täuschte einen Schwächeanfall vor, drehte die Uhr in seiner Wohnung zurück, um sich ein Alibi zu verschaffen.
Verbrecherchef Detlef K. täuschte einen Schwächeanfall vor, drehte die Uhr in seiner Wohnung zurück, um sich ein Alibi zu verschaffen.  © Screenshot ZDF/Ermittler

Die Ermittler konfrontieren den im Knast sitzenden B. mit den Erkenntnissen - und der behauptet, dass nicht er, sondern K. gemordet habe. Wer sagt die Wahrheit? Die Polizei begibt sich auf Spurensuche auf dem Firmengelände.

Dort gab es nach dem Mord umfangreiche Renovierungsarbeiten. Die Mitarbeiter erinnern sich aber an Dellen in der Eingangstüre. Verursacht durch Einschüsse?

Tatsächlich: Die Ermittler lassen die Tür untersuchen und entdecken mehrere Einschusslöcher! "Das war letztendlich das einzige Spurenbild, das wir gefunden haben, was mit Schüssen auf dem Gelände zu tun hat", so Metzger gegenüber den ZDF-Reportern.

Die Leiche des Boxers wurde anschließend von B. und dessen Kompagnon zu den Rheinauen bei Mannheim gebracht, schildert Detlef K. schriftlich. Und dort vergraben.

Während der Vermisstensuche wurde der Wagen von S. dort gefunden. Im Kofferraum der Mercedes S-Klasse: ein Blutstropfen von Hans S..

Die Leiche des Ermordeten bleibt verschwunden. Dafür erhalten die Ermittler einen Hinweis aus dem Umfeld der Verbrecher: Dank einer Frau, welche die Tatwaffe entsorgen sollte, finden sie sechs Jahre nach der Tat die Pistole.

Doch final aufgeklärt ist das Verbrechen noch nicht: Im Laufe der Ermittlungen kommen Kommissar Metzger Zweifel daran, dass nur Willi B. für den Mord verantwortlich ist.

Zwar hatte Detlef K. durch ein ärztliches Attest (mitsamt Angabe der Uhrzeit) plausibel darlegen können, dass er zur Tatzeit in seiner Wohnung weit weg vom Tatort war. Doch wie sich herausstellt, hatte der Gangster lediglich einen Schwächeanfall vorgetäuscht. Und die notierte Uhrzeit auf dem Attest ist falsch! Detlef K. hatte in seiner Wohnung die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, um an sein Alibi zu kommen.

Sowohl K. als auch B. werden schließlich zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, K. stirbt im Knast. Nach zwölf Jahren hinter Gittern kommt B. wieder frei. Die Geliebte der beiden Männer verlässt nach dem Gerichtsprozess Karlsruhe - mitsamt dem Großteil des Vermögens der Gangster.

Titelfoto: Screenshot ZDF/Ermittler

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