Utrecht (Niederlande) - Temperaturen um die 40 Grad werden an diesem Wochenende in Deutschland erwartet. Wer nicht muss, sollte nicht zwingend vor die Tür gehen und versuchen, seine Wohnung oder Haus kühl zu halten. Eine neue Idee kommt von einem niederländischen Start-up.
Auke Bleij (27) steht neben einer mit Moos bewachsenen Mauer. "Niemand kümmert sich um dieses Moos, aber es sieht trotzdem grün aus. Es lebt und hilft der Stadt, im kleinen Rahmen. Es ist die günstigste Variante, Grau in Grün zu verwandeln", sagt er in der ZDF-Doku "plan b - Wie kühlen wir unsere Städte?".
Er gründet das Start-up "Respyre", will mit ihm Moos bewusst an Wände bringen.
"Wir züchten Moose in unserem Gewächshaus, ernten und trocknen sie, anschließend zerkleinern wir sie. So entsteht ein Material aus Sporen und Moosfragmenten, das zu wachsen beginnt, sobald es bewässert wird", sagt der Bauingenieur.
Mit einer eigens entwickelten Technik wird das selbsthaftende Gel-Gemisch auf dem speziellen Beton aufgebracht. Er ist nicht - wie normalerweise - glatt und dicht, sondern uneben, speichert Wasser. Das gefällt dem Moos.
Abkühlungen um 6 Grad durch Mooswände möglich
Nach einigen Wochen, wenn das Moos anfängt zu wachsen und die Oberflächen bedeckt hat, konnten Abkühlungen von 6 Grad gemessen werden, sagt Auke Bleij. "Und natürlich produziert es Sauerstoff und bindet CO2 und Stickstoff."
Aktuell arbeitet der 27-Jährige daran, den moosfreundlichen Beton in Eimern und das Moos in Beuteln zu verpacken, um es überallhin versenden zu können.
Moos werde oft fälschlicherweise mit Schäden an Beton in Verbindung gebracht, weiß der Niederländer. "Tatsächlich wächst es aber vor allem auf bereits kaputten Oberflächen, ohne sie selbst zu beschädigen."
Die Doku "plan b - Wie kühlen wir unsere Städte?" zeigt das ZDF am Sonntag (28. Juni) ab 15.30 Uhr im ZDF. In der Mediathek ist sie ab sofort abrufbar.