Wien – Mehr als 20 Jahre nach der letzten Folge meldet sich "Kommissar Rex" wieder zum Dienst. Der wohl berühmteste TV-Schäferhund jagt ab Montag (20.15 Uhr, SAT.1) an der Seite von Max Steiner (Maximilian Brückner, 47) Verbrecher. Damit ihre Ermittlungen nicht aus dem Ruder laufen, hat Majorin Evelyn Leitner die beiden stets im Blick. Doris Golpashin (45) spielt die Chefin.
Die Österreicherin kehrt mit dieser Rolle dorthin zurück, wo ihre Karriere einst begann. 2004 stand sie bereits für das Erfolgsformat vor der Kamera.
"Es fühlt sich an wie ein Kreis, der sich schließt. Hätten Sie das meinem damaligen 24-jährigen Ich erzählt, ich hätte Ihnen kein Wort geglaubt. Und heute denke ich: Das Leben schreibt die besten Drehbücher", erklärt die Schauspielerin im TAG24-Interview.
Ihre erste Reaktion, als sie erfuhr, dass die Kult-Serie eine Neuauflage bekommt? "Ganz ehrlich: große Freude. Und ein kleines bisschen Respekt vor der Aufgabe, etwas weiterzuführen, das so viele Menschen emotional begleitet hat."
Die letzte Klappe für das Original fiel im Jahr 2004. Die Welt ist heute eine andere als damals, was sich auch in der Neuauflage widerspiegelt.
"Technisch hat sich bestimmt allemal etwas verändert, aber das Herz der Serie ist gleichgeblieben: diese besondere Mischung aus Spannung, Wärme und einem erstaunlich klugen Hund. Der Einzige am Set, der wirklich immer seine Marke trifft", so Golpashin.
Schauspieler müssen auf ihre Wurstsemmeln achten
Die Dreharbeiten mit Hund beschreibt die Schauspielerin als wirklich schön. "Rex ist so ein toller Hund. Und dahinter steckt ein großartiges Trainerteam – man merkt sofort, wie viel Arbeit und Liebe da drinsteckt. Ein echter Profi auf vier Pfoten."
Der Running Gag, dass sich der tierische Ermittler die Wurstsemmeln schnappt, findet sich auch in den neuen Folgen wieder.
Die 45-Jährige, die Wurstsemmeln eigenen Angaben zufolge liebt, musste deshalb Acht geben: "Sagen wir so, ich habe gelernt, sehr schnell zu essen. Und strategisch."
Vielleicht auch deshalb kommt es für Golpashin, die mit ihrem Mann Klaas Heufer-Umlauf (42) in einem Katzen-Haushalt lebt, auch nicht infrage, sich einen Hund anzuschaffen.
"Wir trennen ganz streng Berufliches und Privates, auch im Bereich Haustiere", sagt sie lachend.
Mangelt es Film und Fernsehen an Mut?
Dass in letzter Zeit vermehrt beliebte TV-Klassiker neu aufgelegt werden, verwundert die zweifache Mutter nicht. "Ich glaube, wir sehnen uns nach Vertrautem – besonders in unruhigen Zeiten. Für mich persönlich ist ein gutes Remake kein Rückblick, sondern ein Weiterdenken."
Doch die sogenannte Retro-Welle in Film und Fernsehen ist kein Ergebnis mangelnder origineller Ideen.
"Es mangelt höchstens am Mut, sie umzusetzen – und leider auch oft am Geld. An Ideen fehlt es selten, eher daran, ihnen wirklich zu vertrauen. Denn jede gute Geschichte beginnt mit einer mutigen Entscheidung", findet Golpashin.