Kabelbinder-Mord in Bernau: So überführte die Kripo den Killer von Daniela S. (†32)

Bernau - Am 23. April 2020 entdeckte eine Joggerin in Bernau bei Berlin die Leiche einer jungen Frau. Sie lag kopfüber in dem Flüsschen Panke mit einem Kabelbinder um den Hals, missbraucht und ermordet. Daniela S. wurde nur 32 Jahre alt. Schnell rückte ihr Noch-Ehemann Mirko S. (43) in den Fokus, dieser kooperierte mit der Mordkommission und tischte seine eigene Version der Geschehnisse auf. "Kripo live" berichtet nun über die jahrelange akribische Arbeit der Ermittler und die Herausforderungen, den Mörder zu überführen.

Am frühen Morgen des 23. April 2020 entdeckt eine Joggerin die Leiche von Daniela S. in der Panke.  © TAG24/Laura Voigt

Daniela S. war seit 2016 mit Mirko S. verheiratet. Gegenüber der Polizei gab Mirko S. an, dass seine Noch-Ehefrau am Nachmittag des 22. April zu ihm in seinen Bungalow gekommen war. Die beiden lebten getrennt, hatten jeweils neue Beziehungen. Getroffen hatten sie sich, um Unterlagen und Post zu sortieren. Danach hätten sie Sekt getrunken und einen Film geschaut, erklärt Mirko S.

Später habe er Daniela noch ein Stück zu ihrer neuen Wohnung begleitet. Gemeinsam seien sie den Usedom-Radweg entlang gegangen, bevor sich Daniela nach wenigen Minuten entschieden habe, alleine weiterzugehen, gibt Mirko S. gegenüber den Ermittlern an.

Als der 43-Jährige später wieder an seinem Bungalow eingetroffen sei, habe er dort den Rucksack seiner Frau gefunden, samt Handy und Portemonnaie. Mirko S. habe sich daraufhin zur neuen Adresse von Daniela begeben, doch als niemand geöffnet habe, habe er die Polizei alarmiert und sie als vermisst gemeldet.

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Beim Auswerten von Aufnahmen von privaten Überwachungskameras am Rande des Usedom-Radwegs entdecken die Ermittler das Paar dann auch. Sofort fällt ihnen jedoch auf, dass Daniela S. einen Rucksack bei sich trägt. Die Version von Mirko S. bekommt Risse.

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Sächsische Ermittler sorgen für den Durchbruch

Mit einem Kabelbinder um den Hals wurde die 32-Jährige laut den Forensikern noch lebend in den kleinen Fluss geworfen.  © TAG24/Laura Voigt

Die Ermittler wenden sich später an die Öffentlichkeit und suchen nach einem Zeugen, den sie ebenfalls auf den Videoaufnahmen entdeckt hatten. Tatsächlich meldet sich der gesuchte Radfahrer und gibt an, dass er dem Paar an jenem Abend begegnet sei und den Eindruck hatte, dass sich die Frau in Bedrängnis befunden habe. Kurz nach dieser Begegnung war Daniela S. tot.

Für die Staatsanwaltschaft verdichten sich damit die Indizien: Mirko S. steht unter Mordverdacht, doch die eindeutigen Beweise fehlen. Sonderermittler werden hinzugezogen, das Telefon von S. überwacht.

Technikexperten der Hochschule im sächsischen Mittweida bringen schließlich den Durchbruch: Bei Auslesen des Handys des Mordopfers sowie dem des Hauptverdächtigen stellen die Ermittler fest, dass beide Smartphones zur selben Zeit zusammen den Bungalow von S. verließen und 40 Minuten später gemeinsam zurückkehrten. Damit ist die Version von Mirko S. eindeutig widerlegt.

Mirko S. tauch in Thailand ab

Drei Jahre nach dem brutalen Mord wird Mirko S. am Flughafen verhaftet. Das Landgericht Frankfurt (Oder) urteilt: Lebenslänglich mit besonderer Schwere der Schuld, weil er seine Ex-Frau heimtückisch und aus niederen Beweggründen ermordet hatte. (Archivfoto)  © Diday Media/dpa-Zentralbild/ZB

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage am Landgericht. Doch S. lebt inzwischen in Thailand, hat sich dort sogar ein Grundstück gekauft. Im September 2023 kehrt er jedoch zurück, um sein Visum zu verlängern, und wird am Flughafen verhaftet. Im Februar 2024 beginnt der Prozess gegen ihn.

Mirko S. bestreitet vor Gericht alles, bleibt bei seiner Darstellung der Geschehnisse. Als dann im Juli in Frankfurt (Oder) das Urteil verkündet wird, heißt es für den 43-Jährigen: lebenslänglich mit einer besonderen Schwere der Schuld. "Ohne Hauch eines Zweifels, er ist eindeutig der Täter", sagt die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsbegründung.

Die komplette Folge "Kripo live" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der MDR-Mediathek.

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