Linksradikale "Hammerbande": Experte vermutet Neonazi-"Trauma" hinter den Taten

Leipzig - Die Aufarbeitung der Taten der sogenannten "Hammerbande" beschäftigt noch immer die europäischen Ermittlungsbehörden. "Spiegel TV" hat das Thema erneut aufgerollt.

Sieben mutmaßliche Linksextremisten müssen sich aktuell vor dem Dresdner Oberlandesgericht verantworten.  © Peter Schulze

Die linksextreme Gruppierung ist für zahlreiche gewalttätige Angriffe auf Neonazis verantwortlich, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Ungarn. Die Attacken waren teilweise so heftig, dass sogar der Vorwurf des versuchten Mordes im Raum steht.

Der Prozess vor dem Dresdner Oberlandesgericht gegen sieben Mitglieder der "Antifa Ost" startete im November, weitere Beteiligte wurden bereits verurteilt. Maja T. (24) muss sich unterdessen sogar in Ungarn für einen Angriff verantworten.

Im Beitrag von "Spiegel TV" kommt unter anderem der Extremismusexperte Tom Mannewitz zu Wort, der die Ursprünge der "Hammerbande" in dem "Sturm auf Connewitz" sieht: Im Jahr 2016 waren mehr als 200 Neonazis in den linken Szene-Stadtteil im Leipziger Süden eingefallen, hatten Läden zerstört und Personen angegriffen.

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Für die autonome linke Szene in Leipzig stelle der Angriff auf Connewitz auch noch zehn Jahre später "ein regelrechtes Trauma" dar, wie der Experte ausführt: "Das hat man dem Feind nie verzeihen und nie vergessen."

So sei wenig später eine Liste mit den Namen, Adressen und Gesichtern der Beteiligten online veröffentlicht worden. Das Ziel der "Antifa Ost": Rache. Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft wollte die Gruppe um den mutmaßlichen Anführer Johann G. (32) die Neonazi-Liste nach und nach abarbeiten.

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Im Januar 2016 stürmten Hunderte Neonazis den linken Stadtteil Connewitz in Leipzig. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa

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Johann G. (32) soll der mutmaßliche Kopf der "Hammerbande" sein.  © Peter Schulze

"Eine der wichtigsten Motivationen für die 'Antifa Ost' war sicherlich deren Vorstellung, dass der Staat nicht ausreichend etwas gegen Rechtsextremismus unternimmt und man das Recht dann selbst in die Hand nimmt", erklärt Mannewitz weiter. So werde der Staat als zu neutral, im schlimmsten Fall sogar als "Teil des Problems" angesehen.

Dabei ging die "Hammerbande" nach der Einschätzung von Mannewitz bei ihren Taten sehr organisiert und mit einer klaren Arbeitsteilung vor. Während einige Beteiligte mit der Absicherung und Abschirmung betraut waren, gab es noch die "Schläger" sowie eine Person, die mittels Pfefferspray eine problemlose Flucht gewährte.

All das soll in einer Halle des Regionalliga-Klubs Chemie Leipzig geprobt worden sein.

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Den kompletten Beitrag könnt Ihr Euch im Stream bei RTL+ ansehen.

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