Max an Schule mit zehn Messerstichen attackiert: "Kleine Verletzung am Hals, viel Blut, nicht dramatisch"

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Berlin - Familie Mihalic lebt am Existenzminimum und lässt ihre Wohnung zu einer Müllhalde verkommen. Wären die Probleme und Mama Franziskas (47) monatelange Krankschreibung nicht schon schlimm genug, werden die Berliner durch eine Horrortat beinahe auseinandergerissen.

Am 22. Mai 2025 wurde Max in seiner Schule mit zehn Messerstichen lebensgefährlich verletzt.
Am 22. Mai 2025 wurde Max in seiner Schule mit zehn Messerstichen lebensgefährlich verletzt.  © Julius-Christian Schreiner/dpa

Am 22. Mai 2025 erhalten die Mihalics die Nachricht, dass Maximilian (12) in seiner Schule verwundet wurde. Eine Lehrerin habe Franzi ausgerichtet, dass ihr Sohn eine "kleine Verletzung am Hals" habe, es "viel Blut" gebe, die Situation aber "nicht dramatisch" sei.

"Der nächste Anruf kam von einem Polizisten, der mir sagte, dass Max auf dem Weg ins Klinikum ist", erzählt sie in der "stern TV Reportage: Kinder, Kiez und keine Knete". Es stellt sich heraus, dass der Schüler "mit mehr als zehn Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden ist. Ein Stich ging zwei Millimeter am Herz vorbei, tief in die Lunge."

Eine Not-OP rettet Max' Leben. Nach seinem Aufwachen platzen die Hintergründe aus ihm heraus. Er habe einen Stich in den Rücken bekommen, sei zu Boden gegangen und der 13-jährige Angreifer habe sich auf ihn gesetzt. "Der hat zugestochen, zugestochen, zugestochen und gegrinst dabei. Der wollte mich umbringen", soll Max im Krankenhaus erzählt haben.

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Der 13-Jährige flüchtet und wird am nächsten Tag gefasst, kommt in eine psychiatrische Einrichtung. Aufgrund seines Alters hat er keine Strafe zu befürchten.

Max (12) hat nach dem Vorfall die Schule gewechselt. Ihm geht es körperlich und mental wieder gut.
Max (12) hat nach dem Vorfall die Schule gewechselt. Ihm geht es körperlich und mental wieder gut.  © RTL

Max' Familie lebt am Existenzminimum

Alle an einem Tisch (v.l.n.r.): Papa Sascha, Sohn Maximilian, Mama Franziska (47) und Trans-Sohn Alex (15).
Alle an einem Tisch (v.l.n.r.): Papa Sascha, Sohn Maximilian, Mama Franziska (47) und Trans-Sohn Alex (15).  © RTL

Auf 84 Quadratmetern leben die Mihalics seit 2007 in Staaken am westlichen Berliner Rand. "Damals war der Kiez echt schön, aber inzwischen würden wir alles dafür geben, hier weg zu können", so Franziska, die sich unwohl fühlt. "Mich stört, dass überall irgendwas rumliegt und man bei jedem Schritt aufpassen muss, dass man nicht irgendetwas umreißt."

Der Grund für die zunehmende Verwahrlosung der vier Wände: Es habe mehr als 200 Brandstiftungen in zweieinhalb Jahren gegeben, weshalb die Familie ihr Hab und Gut nicht mehr im Keller verstaut.

Mithilfe einer Freundin beginnt die 47-Jährige aber, sich von Dingen zu trennen und ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen.

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An einem Morgen bereitet Franzi ihrem Sohn Frühstück zu. Es gibt eine 5-Minuten-Terrine. "Er braucht noch etwas Zeit, aber sagt, dass er damit wach wird." Trans-Sohn Alex (15) hingegen freut sich über asiatische Instant-Nudeln. "Vielleicht nicht das beste Essen, aber als Zwischendurch-Mahlzeit ist das okay", findet die Mutter.

In diesem Hochhaus-Komplex in Berlin-Staaken lebt die vierköpfige Familie.
In diesem Hochhaus-Komplex in Berlin-Staaken lebt die vierköpfige Familie.  © RTL

Franziska bekommt 600 Euro Krankengeld, die Miete beträgt 800 Euro

Sascha arbeitet heute mal im Homeoffice. Neben ihm Berge aus Unterlagen, Klamotten und Spielzeug.
Sascha arbeitet heute mal im Homeoffice. Neben ihm Berge aus Unterlagen, Klamotten und Spielzeug.  © RTL

Auf ihren Balkon zieht sich die seit Mai 2025 krankgeschriebene Franziska zurück, "wenn's mal wieder stressig wird". Und: "Wenn nicht jemand den Kopf unterm Arm trägt, ist es tabu, hier zu stören." Klare Ansage vom Familienoberhaupt.

Sie lebt derzeit von nur 600 Euro Krankengeld, nachdem die gelernte Altenpflegerin seit Monaten krankgeschrieben ist.

"Mein Geld reicht nicht mal, um die Miete zu zahlen." Diese belaufe sich auf 800 Euro.

Sascha ist zum Zeitpunkt der Dreharbeiten Alleinverdiener als Security-Mitarbeiter in einem Logistikunternehmen.

An fünf Tagen pro Woche sei er 15 Stunden täglich außer Haus, die 47-Jährige dadurch unter der Woche quasi alleinerziehend.

Franziskas Raucher-Balkon ist tabu für alle anderen.
Franziskas Raucher-Balkon ist tabu für alle anderen.  © RTL

Die stern-TV-Reportage "Kinder, Kiez und keine Knete" mit drei weiteren Familien in prekären Verhältnissen ist jederzeit bei RTL+ abrufbar.

Titelfoto: Bildmontage: RTL ; Julius-Christian Schreiner/dpa

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