"Querdenker" und Impfgegner umgehen immer häufiger sächsisches Bildungssystem

Leipzig/Crimmitschau - "Querdenker", Reichsbürger und Verschwörungsgläubige lassen laut dem MDR ihre Kinder "zunehmend in eigens organisierten Lerngruppen statt in regulären Schulen unterrichten".

Aufrufe zur Selbstorganisation werden unter anderem auch auf "Querdenker"-Demonstrationen geäußert. Hier in Leipzig im April 2022.
Aufrufe zur Selbstorganisation werden unter anderem auch auf "Querdenker"-Demonstrationen geäußert. Hier in Leipzig im April 2022.  © MDR

Aufrufe zur Selbstorganisation werden oft auf "Querdenker"-Demonstrationen und Freilerner-Veranstaltungen geäußert. In den sozialen Medien, besonders in Telegram-Gruppen, tauschen sich Gleichgesinnte aus.

Was sie eint? Die Ablehnung staatlicher Strukturen. Der vorherrschende Tenor? Es gehe um den "Schutz der Kinder gegen den staatlichen Einfluss, gegen die Corona-Maskenpflicht und für ein selbstbestimmtes, 'freies' Lernen", so das Team der MDR-Sendung "exactly".

Um ihr eigenes Weltbild an die Kinder zu vermitteln sowie "diese dem staatlichen System zu entziehen", versuchen "Querdenker", Reichsbürger und Verschwörungsgläubige, eigene Lerngruppen zu bilden.

Es gehe um "freies Lernen"

In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg kaufen Rechtsextremisten immer mehr Immobilien, um sie als Versammlungs- und Rückzugsorte zu nutzen und sich besser zu vernetzen.
In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg kaufen Rechtsextremisten immer mehr Immobilien, um sie als Versammlungs- und Rückzugsorte zu nutzen und sich besser zu vernetzen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Diese Lerngruppen versprechen sich "selbstbestimmte Kinder, alternative Bildung, Wissen ohne Zensur". Dabei sollen "verschwörungsideologische und rechts-esoterische Inhalte" vermittelt werden. Diese privat organisierten Zusammenkünfte fänden "fernab staatlich geprüften Unterrichts" statt – heißt, ohne Genehmigung durch Behörden.

MDR-"exactly" zeigt auf, wie sich solche Gruppen in Sachsen ausbreiten und unter welchem Einfluss sie maßgeblich stehen. Nina Böckmann und Thomas Datt berichten in ihrer Reportage darüber, wie sich solche "freilernenden" Gruppen organisieren und verbreiten.

In Crimmitschau beispielsweise beobachten sie, "wie Kinder von ihren Eltern statt zum regulären Unterricht in einer Schule in einen Gasthof gebracht werden".

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Das sächsische Landesamt für Schule und Bildung wirke auf Nachfrage von "exactly" überfordert. Man sei zwar informiert über freie Bildungsvereine, könne aber nicht jedes Schulkind überwachen, das sich dem Pflichtunterricht entzieht. Nimmt das Landesschulamt diese Entwicklung nicht ernst genug?

Tipp: Die MDR-Reportagereihe "exactly" zeigt die neue Folge ab Montag, 4. Juli, um 10 Uhr, in der ARD Mediathek sowie ab 17 Uhr auf dem YouTube-Kanal von "MDR Investigativ".

Titelfoto: MDR

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