Tanja B. zersägt Freund in sechs Teile - und schickt irren Brief an die Polizei
Schlüchtern/Steinau an der Straße - Eine Frau bringt ihren Partner in Notwehr um und gesteht der Polizei die Tat. Aber warum hat sie ihn zerstückelt? Und warum ist sie geflohen? Am Ende ist alles ganz anders als gedacht.
Am 11. Juni 2018 wird im Polizeipräsidium Schlüchtern wie immer die Post geöffnet. Einer der Briefe sticht den osthessischen Beamten direkt ins Auge und eröffnet die Ermittlungen zu einem spektakulären Kriminalfall.
Versenderin Tanja B. teilt darin mit, ihren Partner erstochen zu haben - aus Notwehr. Er habe potenzsteigernde Kräuter zu sich genommen, sei wie besessen auf sie losgegangen, habe sie gewürgt und sie ihn mit einem griffbereiten Messer umgebracht.
"Dann habe ich ihn ins Badezimmer gebracht und dort mit einer Kettensäge zerteilt, dass ich die Teile besser verstecken kann. Aber ist noch im Badezimmer, Müllsäcken", wird in der Kabel-Eins-Reihe "Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime" vorgelesen.
Aber es wird noch verrückter. Sie hat die Wohnungsschlüssel mit in den Briefumschlag gepackt. Und die Bitte, die beiden Katzen und Rennmäuse ins Tierheim zu bringen. Für die Polizisten klingt das zunächst wie ein schlechter Scherz, doch sie begeben sich natürlich zur angegebenen Adresse. Und dort bestätigt sich alles, was sie davor gelesen hatten.
Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime (Kabel Eins): Notwehr-Variante wird widerlegt
"Tanja B. hat den Leichnam von Martin F. in insgesamt sechs Teile geteilt. Sie hat den Kopf abgelöst und die Arme und Beine vom Rumpf", berichtet Oberstaatsanwalt Dominik Mies.
Recherchen zur flüchtigen Killerin ergeben, dass sie Mutter von sieben Kindern ist, die allesamt in Pflegefamilien leben. Allen geht es gut, die Frau hat sich also allein aus dem Staub gemacht. In einem Dortmunder Hostel wird sie geschnappt.
Nach und nach können mehrere Angaben ihres niedergeschriebenen Tatablaufs widerlegt werden, weshalb das Handeln aus Notwehr immer unwahrscheinlicher wird.
Die Staatsanwaltschaft ist nun vielmehr von einem geplanten, heimtückischen Mord an ihrem schlafenden Partner überzeugt. Am 31. Januar 2019 wird Tanja B. vom Landgericht Hanau zu lebenslanger Haft verurteilt.
TV-Tipp: Neue Folgen "Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime" laufen immer freitags ab 20.15 Uhr auf Kabel Eins und auf Abruf bei Joyn.
Titelfoto: Bildmontage: 123RF/greentellect ; IMAGO/Patrick Scheiber

