"Mario, das ganze Geld ist weg!": Leipziger Fahrschule um 62.000 Euro betrogen
Leipzig - Ein gewöhnlicher Autokauf endete für die Inhaber einer Leipziger Fahrschule in einem Albtraum. Zwar wurde der Rechnungsbetrag überwiesen, kam jedoch nie beim Händler an. Die MDR-"Umschau" widmete sich am Dienstagabend dieser besonders perfiden Betrugsmasche.
Im Sommer 2025 bestellte Mario Falke einen neuen Audi Q5 TDI mit umfangreicher Zusatzausstattung für seine Fahrschulflotte bei einem Autohaus in Borna. An einem Donnerstagabend erhielt er die Rechnung über 62.000 Euro per Mail. Gleich am nächsten Morgen überwies seine Frau Anja die Summe.
Als Mario Falke das Fahrzeug eine Woche später anmelden wollte, meldete sich der Händler aus Borna: Das Geld war nie beim Autohaus angekommen. "Meine Frau kam hier mittags völlig blass rein und sagte: 'Mario, das ganze Geld ist weg!'", erinnert sich der Fahrlehrer zurück.
Gemeinsam mit dem Autohaus überprüft das Ehepaar die Rechnung. Schnell wird klar: Das Schreiben wurde manipuliert, die Bankverbindung geändert.
Weil die auf dem gefälschten Schreiben angegebene spanische Bank aus Bilbao eine deutsche Niederlassung betreibt, begann die IBAN unverdächtig mit der Kennung "DE". Dass als Kontoinhaber der Name "Jonut Lazar" hinterlegt war, fiel dem Ehepaar zunächst nicht auf. "Man ist hilflos, machtlos, man weiß eigentlich gar nicht, wie man sich davor schützen kann", erinnert sich Anja Falke.
Der Polizei ist die Masche längst bekannt
Mario Falke erstattet daraufhin umgehend Anzeige bei der Polizei. Den Ermittlern ist das Vorgehen dabei keineswegs neu.
"Bereits in der Vergangenheit wurden Passwörter und E-Mails im Internet abgefischt und zum Verkauf im Darknet angeboten", erklärt Hauptkommissar Christian Mörschke. "Dann loggen sich die Täter in die gestohlenen E-Mail-Accounts ein und schauen dort, ob Rechnungen versendet werden."
Ist dies der Fall, fangen die Betrüger die Schriftstücke auf dem Weg zum Kunden ab und ändern die Bankverbindung. Die manipulierte Rechnung wird dann an den Empfänger weitergeleitet, der die Summe ahnungslos auf das Bankkonto der Verbrecher überweist.
Im Falle der Fahrschule Falke gelang es der Polizei jedoch, einen Teil des verloren geglaubten Geldes sicherzustellen und den Geschädigten auszuhändigen.
So kann man sich vor fieser Betrugsmasche schützen
Um sich vor solchen Betrügereien zu schützen, raten die Ermittler, starke Passwörter zu verwenden und diese regelmäßig zu aktualisieren. Bei größeren Beträgen sei es zudem eine Überlegung wert, sich die Rechnung per Post zustellen zu lassen.
Die komplette "Umschau" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der MDR-Mediathek.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

