Militärische Kapazität Deutschlands: Thüringer Kommandeur bringt Golf-I-Vergleich!

Erfurt - In der MDR-Talkshow "Fakt ist! Aus Erfurt" wurde am Montag zum Thema "Aufrüsten und Abschrecken - Rückkehr in den Kalten Krieg" eine kontroverse Diskussion geführt. Mit seiner ruhigen Art stach insbesondere Oberst Georg Oel, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr in Thüringen, hervor. Zudem brachte er einen auffälligen Vergleich.

Oberst Georg Oel (rechts), Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr in Thüringen, sagte, warum die NATO im Kalten Krieg erfolgreich gewesen sei, sei der Strategie Dialog und Abschreckungsfähigkeit zu verdanken.
Oberst Georg Oel (rechts), Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr in Thüringen, sagte, warum die NATO im Kalten Krieg erfolgreich gewesen sei, sei der Strategie Dialog und Abschreckungsfähigkeit zu verdanken.  © Jens Borghardt/MDR

"Ich kenne Großgerät, das war schon vor 45 Jahren im Einsatz und ist heute immer noch im Einsatz", sagte er, ehe er sich im nächsten Augenblick direkt an das Publikum wandte. "Und ich möchte gerne von Ihnen wissen, wer heute noch einen Golf I fährt oder so'n altes Drehscheiben-Telefon zu Hause hat."

Rhetorische Frage! Oberst Oel: "Sie haben alle nachgerüstet!" Zur Einordnung: Die erste Generation des VW Golf kam 1974 auf den Markt. Der letzte VW Golf I wurde in Deutschland 1983 produziert.

Vor Oels Vergleich war man auf die militärische und personelle Kapazität Deutschlands zu sprechen gekommen. Dabei wurde eine Statistik mit Verweis auf Statista als Quelle angegeben.

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Moderator Andreas Menzel (*1962): "1990 hatte die Bundesrepublik 458.000 aktive Soldaten. Da war die alte NVA nicht mitgerechnet. Und über 2000 Kampfpanzer zur Verfügung." Für 2023 waren der eingeblendeten Statistik 182.000 Soldaten zu entnehmen. "Und nur noch zirka 250 bis 300 Kampfpanzer", so Menzel.

Oel: "Hybrider Krieg in Deutschland"

Russland habe Deutschland im Fokus, sagte Georg Oel, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr in Thüringen. Man sehe dies durch unter anderem durch Cyber-Angriffe, Ausspähungen und Spionage.
Russland habe Deutschland im Fokus, sagte Georg Oel, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr in Thüringen. Man sehe dies durch unter anderem durch Cyber-Angriffe, Ausspähungen und Spionage.  © Jens Borghardt/MDR

Ulrike Grosse-Röthig (45), Vorsitzende der Thüringer Linkspartei, wandte ein, dass der Militärhaushalt in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen sei.

Merle Spellerberg (27, Grüne), Bundestagsabgeordnete aus Dresden und Mitglied im Verteidigungsausschuss, entgegnete: "Ich glaube, nur weil wir anerkennen, dass in der Vergangenheit gespart wurde und die Bundeswehr schlecht ausgestattet wurde, heißt das nicht, dass die Beschaffung optimal läuft, dass kein Geld verschwendet wurde. Das eine kann wahr sein, ohne dass das andere falsch ist."

Man müsse die Beschaffung weiter optimieren, auch müsse man mehr Geld in die Hand nehmen, so die 27-Jährige unter anderem.

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Mahnende Worte in der Sendung sprach insbesondere der Kommandeur mit dem Golf-Vergleich aus. Man dürfe nicht naiv sein, so Oel. "Wir befinden uns schon im Krieg - in Europa. Es ist ein heißer Krieg an den Ostgrenzen Europas."

Folge verpasst? Mediathek!

Zudem wies er auf einen "hybride[n]" Krieg in Deutschland hin. Russland habe Deutschland im Fokus. Man sehe dies durch Fake-Informationen, Informationskampagnen, Cyber-Angriffe, Ausspähungen und Spionage.

Die komplette "Fakt ist"-Folge findet ihr im Übrigen auf der Website des MDR oder in der ARD-Mediathek.

Titelfoto: Jens Borghardt/MDR

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