Hamburg - In Österreich ist Melissa Naschenweng (35) längst ein Superstar. Bei der "NDR Talk Show" erzählte sie am Freitag, wie heftig der Weg zur "Alpenbarbie" für sie wirklich war.
Sie war eine der wenigen Gäste, die es zur Sendung nach Hamburg schafften. Während unter anderem Hape Kerkeling (61) abbrechen musste, reiste die Sängerin bereits am Donnerstag an, weil sie unbedingt dabei sein wollte.
Selbst für die Kärntnerin war das Wetter in Hamburg beeindruckend. "Träum ich, oder was ist hier los. Deutschland und so viel Schnee", habe sie auf der Zugfahrt von Berlin nach Hamburg gedacht.
Einen noch viel schwierigeren Weg legte die 35-Jährige zu Beginn ihrer Karriere hinter sich. "Ich komme aus einem Ort mit 33 Einwohnern. Ich wollte eigentlich nicht weg, habe ein Jura-Studium begonnen. Dann kam mein Vater und sagte, da war ich 22 Jahre alt, irgendwann im Leben muss man sich überwinden", erzählte die Österreicherin.
Auf Bitten ihres Vaters nahm sie ein Angebot für eine Autopräsentation in Shanghai an, zusammen mit einer slowenischen Band, die sie nicht kannte. "Ich bin dann hingeflogen und dachte, das Heimweh bringt mich um", so Naschenweng.
Bei der Passkontrolle sei sie in Tränen ausgebrochen, in China habe sie einen Hungerstreik begonnen. Ihrem Vater schrieb die Künstlerin damals eine SMS mit den Worten "Das verzeihe ich dir nie!". Ihre Mutter bat die damals 22-Jährige, sie sofort abzuholen.
Melissa Naschenwengs Vater gab alles für sie auf
"Dann haben wir da gespielt, die Chinesen haben in ihren Anzügen gefeiert und ich habe gedacht, Wahnsinn, welche Kraft hat bitte die Musik. Das waren dann die wahrscheinlich zwei coolsten Wochen bis dahin. Dann bin ich heimgekommen und habe gesagt, ich breche mein Studium ab und werde Musikerin", erzählt sie.
Auf dem Weg dorthin konnte sie sich auf ihren Vater verlassen. "Der hat sein Gasthaus neun Jahre zugesperrt, damit er mit mir quer durch Europa reisen kann. 100.000 km im Jahr, 180 Auftritte. Das war Wahnsinn und es hat sieben Jahre gedauert, bis es irgendwann funktioniert hat", sagt die "Alpenbarbie".
Ihre zweite große Stütze war ihr Opa. Der Großvater hatte ein Sparbuch für sie eröffnet, mit dem sie ihren Führerschein finanzieren sollte. Das Geld nahm sie dann aber für ihre erste eigene CD - natürlich mit der Erlaubnis vom Opa, der daran aber eine Bedingung knüpfte.
"Egal, auf welcher Bühne du stehst und in welchem Land, vergiss nie woher du kommst, lass dich nicht verbiegen, zieh deinen Weg durch, aber bleib dir selber treu. Das habe ich ihm versprochen und er ist immer noch mein Schutzengel da oben", so die 35-Jährige.
Wer die Sendung verpasst hat, kann sie in der ARD-Mediathek nachschauen.