Populismus vom Feinsten? Kindersendung "Logo" nimmt Politik-Videos von Rezo unter die Lupe

Deutschland - Mit seinen Zerstörungs-Videos brachte YouTuber Rezo (29) jede Menge Schwung in die Wochen vor der Bundestagswahl. Doch wie ernst kann man die Videos des Influencers wirklich nehmen?

Mit seinen kritischen Videos brachte YouTube-Star Rezo (29) vor allem die Parteien der Großen Koalition (CDU und SPD) mächtig ins Schwitzen.
Mit seinen kritischen Videos brachte YouTube-Star Rezo (29) vor allem die Parteien der Großen Koalition (CDU und SPD) mächtig ins Schwitzen.  © privat/DPA

Guter Journalismus oder feinster Populismus? Darüber kann man sich angesichts der vielbeachteten Politik-Videos von Rezo schnell streiten.

Mit der Frage, ob der 29-Jährige wertvolle politische Aufklärung oder doch eher gut getarnte Propaganda leistet, hat sich nun auch die ZDF-Sendung "Logo" befasst.

Da "Logo" eigentlich eine Nachrichtensendung für Kinder ist, sorgt das mehr als 17 Minuten lange Analyse-Video im Netz durchaus für Erstaunen.

Hip-Hop-Tänzerin wünscht sich riskantes Brautkleid: "Das wird eine Herausforderung!"
TV & Shows Hip-Hop-Tänzerin wünscht sich riskantes Brautkleid: "Das wird eine Herausforderung!"

Die Moderatoren Jennifer Sieglar und Tim Schreder nehmen die Arbeit von Rezo genauer unter die Lupe und nehmen dabei selbst verschiedene Standpunkte ein.

So verkörpert Schreder eher die Pro-Rezo-Seite, während sich Sieglar wesentlich kritischer äußert.

So erzählt Sieglar etwa von ihrem Volontariat: "Da hab ich jahrelang wirklich gelernt, man muss ausgeglichen berichten, man muss gucken, dass man alle Parteien zu Wort kommen lässt."

Ein YouTuber und Influencer wie Rezo müsse sich weniger an solche journalistischen Standards halten, weshalb ein kritischer Blick auf seine Videos sehr wichtig sei. Doch wie lautet nun das Fazit der beiden "Logo"-Moderatoren?

Pro und Contra: Kindersendung "Logo" analysiert Rezo-Videos

Fördert Rezo mit seinen kritischen Zerstörungs-Videos Populismus und Politikverdrossenheit?

Pluspunkte erhält der Influencer mit den blauen Haaren für seine ausführliche Recherche und transparente Quellenangabe. Schreder findet es gut, dass Rezo die Faktenlage in seinen Videos geschickt einordne und spricht sich allgemein dafür aus, dass Journalismus auch ruhig mal "ein bisschen draufhauen" könne.

Sieglar hält dagegen, dass Rezo sich mit seinen rhetorischen Fragen eines populistischen Kniffs bedienen würde - etwa, ob Bundesinnenminister Horst Seehofer (72) "beschissen im Kopf" sei oder ob Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (59) "Lack gesoffen" habe. "Das würde es im seriösen Journalismus nicht geben", meint Sieglar.

Mit solchen Phrasen würde Rezo die Politikverdrossenheit unter seinen Zuschauern befördern. Seine Aufklärungsarbeit sei zwar lobenswert, allerdings sollte Rezo auch mal etwas Positives aus der deutschen Politik vermitteln, wünscht sich Sieglar.

Am Ende sind sich beide Moderatoren einig: Rezos Arbeit ist nicht zu 100 Prozent journalistisch, aber dennoch "gut" - und beide wünschen sich für die Zukunft noch viel mehr hochwertigen politischen Content auf YouTube.

Titelfoto: privat/DPA

Mehr zum Thema TV & Shows: