"Ganz dumm und blöd": Alice Schwarzer ändert plötzlich Meinung über Ikkimels "Fotzenrap"

Leipzig - Der Journalistin und Publizistin Alice Schwarzer (83) war es ein Bedürfnis, ihr mittlerweile 48. Buch auch im Osten vorzustellen. Und das hat einen Grund, wie sie in der MDR-Talkshow "Riverboat" erklärte.

Alice Schwarzer (83) setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte von Frauen ein. (Archivbild)  © Oliver Berg/dpa

Die Gründerin der Frauenzeitschrift Emma musste immer wieder die Erfahrung machen, dass es unter anderem bei ihren Lesungen in der ehemaligen DDR ernsthafter und tiefgründiger zugehe.

Doch auch ein weiteres Problem habe sich bei der gebürtigen Wuppertalerin eingeschlichen. "Weil ich die Arroganz des Westens nicht mag", sei es ihr wichtig, im Osten in den Dialog zu gehen.

Ihr neues Buch "Feminismus pur. 99 Worte." polarisiert. Im Feminismus stoße sie bei jüngeren Generationen immer wieder auf teils scharfe Kritik.

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So auch vor ihrer Buchvorstellung in Hamburg, als mehrere Menschen am Weltfrauentag gegen Alices Auftritt protestierten.

Sie glaubt, die zentrale Botschaft des Feminismus werde heutzutage immer stärker aus dem Blick verloren.

Wenig überraschend war Alice Schwarzers Meinung zu Ikkimel (28) und ihrem "Fotzenrap", wie sie ihn selbst betitelt, anfangs ziemlich klar. Ihr erster Gedanke: "Das finde ich ganz dumm und blöd."

Je mehr sich die Verlegerin mit der Rapperin beschäftigt hat, desto mehr habe sie jedoch eine "wütende und hochbegabte Sängerin, die sehr frech ist" in ihr entdeckt.

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Alice Schwarzer hat ihre Meinung zu Ikkimel (28) noch mal überdacht. (Archivbild)  © Christophe Gateau/dpa
Am Weltfrauentag protestierten mehrere Menschen in Hamburg gegen den Auftritt der Feministin. (Archivbild)  © Christiane Bosch/dpa

Alice Schwarzer im "Riverboat": "Es muss mal wieder Klartext gesprochen werden"

Unter anderem im Rahmen der Leipziger Buchmesse stellte die Autorin ihr Buch vor. (Archivbild)  © Jens Kalaene/dpa

"Es muss mal wieder Klartext gesprochen werden", denn in dieser Welt macht es noch immer einen Unterschied, ob man ein Mann oder eine Frau ist.

Und solange auch in Deutschland noch jede dritte Frau Opfer von häuslicher Gewalt ist, gebe es wichtigeres, als sich beispielsweise mit der Rolle von Frauen in der Sprache zu beschäftigen, so die 83-Jährige.

Am Ende sei es das Miteinander der verschiedenen Generationen, denn jede könne von der anderen lernen - anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen, obwohl man im Grundsatz für dasselbe einstehe.

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Alice Schwarzer (83) und viele weitere spannende Gäste wie Beatrice Egli und Olaf der Flipper seht Ihr in der aktuellen "Riverboat"-Sendung abrufbar in der ARD-Mediathek.

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