Howard Carpendale: "Es gibt etwas an Deutschland, was mich sehr stört"

Leipzig - 20 Jahre lebte Howard Carpendale (77) in Amerika und kam trotzdem zurück nach Deutschland, weil es hier so schön sei. Eine Sache gäbe es da allerdings, mit der er sich nicht anfreunden könne, wie der Schlagerstar nun im "Riverboat" über seine Heimat zugab.

Schlagerlegende Howard Carpendale (77) war am Freitag zu Gast im "Riverboat", um über sein neues Album und das Älterwerden zu sprechen.
Schlagerlegende Howard Carpendale (77) war am Freitag zu Gast im "Riverboat", um über sein neues Album und das Älterwerden zu sprechen.  © Christoph Reichwein/dpa

So gern er auch hier lebe, "es gibt etwas an Deutschland, was mich sehr stört", gab die Schlagerlegende am Freitagabend schweren Herzens zu. Dabei versuchte Howard Carpendale seine Gedanken zunächst einzuordnen und betonte selbst, dass er sich nach 20 Jahren in Amerika für diese Heimat entschieden habe. "Weil es am schönsten ist, hier zu leben."

"Was mich aber stört, ist, dass die Menschen in diesem Land nicht klarkommen mit Themen wie dem Tod und der Pflege. Das macht mich wahnsinnig, besonders, da ich langsam auch etwas älter werde", so der Musiker. "Es ist fast ein Tabu. Die Menschen haben Angst, darüber zu reden."

Der Tod sei allerdings ein Teil des Lebens, erklärte Carpendale. Seit fünf Jahren wolle er nun schon mit seiner Familie ein Gespräch führen. "Und alle sagen immer: 'Um Gottes willen, wir haben noch viel Zeit!'"

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Dabei, so betonte er, würden die Menschen beispielsweise in Amerika durchschnittlich 76 Jahre alt werden. "Ich bin jetzt 77 Jahre alt. Das ist scheiße", sagte er daraufhin und musste dabei selbst lachen.

Howard Carpendale über den Tod: "Ein letzter Satz ist bei diesem Menschen hängen geblieben"

Howard Carpendale (77), hier in Leipzig, wolle das Thema Tod nun schon seit Längerem mit seiner Familie besprechen. Diese habe sich bisher jedoch immer wieder dagegen gesträubt.
Howard Carpendale (77), hier in Leipzig, wolle das Thema Tod nun schon seit Längerem mit seiner Familie besprechen. Diese habe sich bisher jedoch immer wieder dagegen gesträubt.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Auch, was er seinen Liebsten sagen wolle, verriet Howard Carpendale im "Riverboat", auch wenn das Thema sehr intim sei.

So habe jemand in seiner Familie beim Verlust eines Elternteils sehr gelitten. "Ein letzter Satz ist bei diesem Menschen hängen geblieben. Ich möchte allen Menschen sagen: 'Ich habe überhaupt nichts zu bereuen und sie auch nicht.'"

Alles, was seine Familie ihm gegeben habe, sei ganz wichtig für ihn, so die Schlagerlegende. "Und am liebsten hätte ich, dass alle sagen, wenn es so weit ist: 'Das war ein geiles Leben!' Mehr nicht."

Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa

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