Köln - Mercedes-Pilot Kimi Antonelli (19) konnte am vergangenen Sonntag seinen ersten Karriere-Sieg in der Formel 1 feiern. Zu sehen bekamen das aber nur Zuschauer des Pay-TV-Senders Sky - und das, obwohl der Große Preis von China auch im Free TV bei RTL laufen sollte.
Denn der Kölner Privatsender hat sich mit dem Bezahlsender darauf geeinigt, sieben ausgewählte Rennen - sowie diverse Qualifikationen - der Saison zeigen zu dürfen. Den Start sollte der Grand Prix in Shanghai machen, doch daraus wurde nichts.
Der Grund dafür ist der "Spill-Over"-Effekt, der laut "Bild" eine Rolle gespielt habe. Dieser Effekt ermöglicht es, deutsche Sender auch im Ausland zu schauen.
Und da kommt Nachbarland Österreich ins Spiel, denn Zuschauer in der Alpenregion können die Formel-1-Rennen auf RTL sehen, obwohl die beiden Rechteinhaber ORF und Servus TV eine Menge Geld für die Übertragungen bezahlt haben.
In den vergangenen Jahren sei es jedoch kein Problem gewesen, da es sich nur um rund 20.000 Einwohner handele, die pro Rennen beim Kölner Privatsender einschalten, doch jetzt soll RTL auch potenzielle Werbekunden kontaktiert haben.
Ein No-Go für ORF und Servus TV, die deshalb Beschwerde bei der Formel 1 eingelegt haben sollen.
Formel 1 und RTL arbeiten gemeinsam an einer Lösung
Demnach habe man dem deutschen Privatsender klargemacht, dass man von Reisen zu Rennen absehen möge, bis man eine Lösung für das Problem gefunden habe.
Daher sei man bei RTL auch am Montag vor dem Rennen zu dem Entschluss gekommen, von dem Trip nach China abzusehen, obwohl man diesen geplant und Interviews im Fahrerlager angefragt habe.
Allerdings, so heißt es, soll es in Kürze Verhandlungen zwischen dem Sender und der Formel 1 geben.
"Wir befinden uns derzeit in Gesprächen, ob und wann ausgewählte Formel-1-Rennen auch in dieser Saison bei RTL zu sehen sind. Bisher gibt es dazu noch keine finale Entscheidung", erklärt der Kölner Privatsender gegenüber "Bild".
Die nächste Übertragung soll dann am 19. Juli stattfinden, wenn der Große Preis von Belgien stattfindet. Zuvor müsse man aber noch Verträge mit Rechteinhaber Sky unterschreiben, denn das sei bislang auch noch nicht geschehen.