Köln - Der Abbau von 600 Arbeitsplätzen bei RTL schlägt weiter hohe Wellen. Ein TV-Moderator des Privatsenders lässt jetzt mit einem deutlichen Statement aufhorchen!
Nur wenige Tage nach dem Jahreswechsel hatten die Kölner Fernsehmacher eine radikale Neuausrichtung angekündigt. RTL will in Zukunft vermehrt auf künstliche Intelligenz (KI) und eine stärkere Digitalisierung bauen. Hunderte Menschen verlieren deshalb ihren Job.
Einigen TV-Formaten wie "Prominent" oder "Gala" wurde bereits der Stecker gezogen. Auch die Früh-Formate "Punkt 6", "Punkt 7" und "Punkt 8" bleiben von der Umstrukturierung nicht verschont und sollen in einem neuen Format bei ntv aufgehen.
Jan Malte Andresen steht seit Januar 2024 für die betroffenen Morgenmagazine vor der Kamera. Auf Instagram bezog der 53-Jährige jetzt Stellung zu dem knallharten Sparkurs. In seinen Worten schwingt große Verbitterung mit.
"Bei RTL verlieren viele Kolleginnen und Kollegen ihren Job. Menschen, mit denen ich so gern zusammenarbeite. Menschen, die ihren Beruf mit Haltung, Herzblut und großem Einsatz leben", schrieb Andresen.
"Punkt 8"-Moderator Jan Malte Andresen leidet mit Kollegen: "Es tut weh!"
Die Stimmung in der Sendezentrale am Kölner Rheinufer im Stadtteil Deutz gleicht derzeit wohl eher einem Pulverfass denn einer Wohlfühloase. "Es sind schwere Tage für viele von ihnen", ließ der erfahrene Moderator weiter durchsickern.
Klagend schob er dann noch hinterher: "Und es tut weh, zu sehen, wie viel Erfahrung, Leidenschaft und journalistische Arbeit gerade verloren gehen!" Der 53-Jährige findet es sehr bedauerlich, dass sorgfältiger Journalismus immer weiter an Wert verliert.
Allein im News-Bereich des Kölner Privatsenders sollen im Zuge der Neuausrichtung des Programm-Portfolios rund 230 Stellen wegfallen. Der Sender betonte zuletzt, dass die Entscheidung dafür nicht leichtfertig getroffen worden sei.
Gleichzeitig seien die Veränderungen notwendig, "um RTL News weiterhin in einer starken und zukunftssicheren Position zu halten", wie Martin Gradl, Geschäftsführer RTL News und ntv, erklärte. Den gekündigten Mitarbeitern hilft das wenig.