Köln - Alles neu macht nicht nur der Mai, sondern auch RTL: Doch nicht jede Idee zündet. Das neue Morgenprogramm des Senders fällt beim TV-Publikum komplett durch. Der Sender sieht's bislang gelassen.
Seit Montag läuft in den frühen Stunden nun "Deutschland am Morgen". In der Sendung werden die vorherigen Früh-Formate von RTL und ntv zusammengelegt, um "informativ und unterhaltsam zugleich" in den Tag zu starten.
Die Premiere moderierten Sabrina Ilski und Jörg Boecker. Doch bei den Zuschauern kam der Auftakt gar nicht gut an. Es sei "trocken und langweilig", heißt es in den Kommentaren auf dem offiziellen Instagram-Profil von RTL.
Vor allem der unterhaltsame Part komme laut Meinung der Internet-Nutzer viel zu kurz. Das Publikum vor den Endgeräten kritisiert vor allem zwei Dinge: zu viele Wiederholungen von bereits verkündeten News und die kühle Stimmung im Studio.
TV-Zuschauer rechnen mit RTL-Morgen ab: "Jetzt bleibt mir nur noch SAT.1!"
"'Deutschland am Morgen' ist ein echter Fiebertraum. Sterile Nachrichten, kein Esprit, kein Spaß, keine Lockerheit - das ist schwer anzuschauen. Ich brauche Atmosphäre: ein Sofa, Farben, Lachen. Stattdessen wirkt alles steif und leblos", mäkelt ein Instagram-Nutzer.
Vernichtende Attribute wie "sehr steril" und "ziemlich langweilig" sind in den Kommentaren mehrfach zu lesen. Ebenso wie "und noch mehr Wiederholungen" oder "gefühlt alle 15 Minuten das gleiche Thema".
Die ersten eingefleischten "Punkt"-Fans ziehen bereits Konsequenzen. "Für mich kein RTL mehr am Morgen", schreibt jemand. Ein anderer meint: "Jetzt bleibt mir nur noch SAT.1, da herrscht wenigstens noch gute Laune!"
So reagiert RTL auf das kritische Social-Media-Echo
Beim Kölner Privatsender zeigt man sich mit der Premiere derweil sehr zufrieden - vor allem mit Blick auf die Einschaltquoten. Über zwei Millionen Menschen schauten am Montagmorgen zwischen 6 und 9 Uhr bei RTL und ntv zu.
"Eine dreistündige Live-Sendung für zwei Sender mit unterschiedlichem Publikum zu bauen, ist eine Herausforderung und natürlich werden wir weiter an der Sendung arbeiten", erklärte eine Sendersprecherin auf TAG24-Nachfrage.
Man hole "die Zuschauer genau dort ab, wo ihr Tag beginnt: mit den wichtigsten Themen, klarer Einordnung und einer Ansprache nah an ihrer Lebensrealität", hatte Susanne Althoff, stellvertretende Chefredakteurin ntv, jüngst noch zur radikalen Umstrukturierung erklärt.
Am vergangenen Donnerstag flimmerten letztmals die beliebten Morgen-Formate "Punkt 6", "Punkt 7" und "Punkt 8" über die Mattscheibe. Mit einer riesengroßen Portion Wehmut verabschiedeten sich die Moderatoren von ihren treuen Zuschauern.