Sieben Menschen sterben: Superyacht wegen weltgrößtem Mega-Mast gekentert?

Porticello (Italien) - Mit 72,27 Metern hatte die "Salute" bei ihrem Bau im Jahr 2008 den weltweit höchsten Yachtmasten. Dieser könnte ihr bei ihrem Untergang zum Verhängnis geworden sein. In der ZDF-Doku "Das Drama der Superyacht Bayesian" werden die Geschehnisse aufgearbeitet.

Die 56 Meter lange "Bayesian" sank am 19. August 2024 vor Sizilien.  © ZDF/Seyfferth, Peter

Die später in "Bayesian" umbenannte Yacht legte Mitte August 2024 mit zwölf Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern vor der sizilianischen Küste an. Weil Unwetter angekündigt werden, steuert der Kapitän das 56 Meter lange Segelschiff - geschützt von einem Berg - in die Bucht vor Porticello.

Vor sehenswerter Kulisse im hellen Mondschein fotografieren einige Menschen vom Nachbarschiff "Sir Robert Baden Powell" aus die "Bayesian".

Obwohl vereinzelte Böen angesagt sind, liegen beide Schiffe ruhig im Wasser. Doch innerhalb weniger Minuten kippt das Wetter, beide Boote werden trotz ausgefahrenem Anker von der Bucht weggetrieben.

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500 Kilogramm habe der Anker der "Bayesian" gewogen, der an einer 180 Meter langen, tonnenschweren Kette befestigt war, kennt Ex-Kapitän Stephen Edwards die Daten.

Um 4 Uhr morgens hat die Yacht bis zu 20 Grad Schräglage. Noch bevor die Besatzung die Motoren startklar machen kann, um das Schiff in Sicherheit zu bringen, kippt es auf die Seite.

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Die "Bayesian" in der Unglücksnacht vor der sizilianischen Hafenstadt Palermo.  © ZDF

Deutscher Kapitän: "Eine Frau sprach mich auf Spanisch an, wir sollten doch weitersuchen"

Kam den Schiffbrüchigen zu Hilfe: die "Sir Robert Baden Powell".  © ZDF/Thomas J. Kramer

Nachdem zwei Leuchtraketen abgefeuert wurden, fährt das Nachbarschiff mit dem deutschen Kapitän Karsten Börner an die Stelle, wo zuvor noch die "Bayesian" im Meer trieb. Nun ist nur noch ein Rettungsboot zu sehen und lediglich ein Babyschreien zu hören.

15 Personen kann die "Sir Robert Baden Powell" aufnehmen, sieben werden vermisst. "Eine Frau sprach mich auf Spanisch an, wir sollten doch weitersuchen", erinnert sich Börner.

Bei einer Suchaktion in der Morgendämmerung des 19. August 2024 wird Schiffskoch Recaldo Thomas (†59) tot im Wasser gefunden.

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Taucher bergen später die Leichen von Jonathan (†70) und Judy Bloomer (†71), der Eheleute Neda (†57) und Christopher Morvillo (†59) sowie von Mike Lynch (†59) und Tochter Hannah (†18). Witwe Angela Bacares überlebte das Unglück.

Karsten Börner, Kapitän der "Sir Robert Baden Powell", rettete mit seiner Besatzung 15 Menschen.  © ZDF/Thomas J. Kramer

Sieben Menschen verlieren ihr Leben - Taucher stirbt bei Bergungsaktion

Die Bayesian wurde geborgen ...  © Peter Byrne/PA Wire/dpa
... und an Land untersucht.  © TMC Marine via AP/dpa

Bei der späteren Bergung der "Bayesian" stirbt zudem Taucher Rob Cornelis Maria Huijben (†39).

Ermittlungen ergeben: Der ausfahrbare Kiel, der der Superyacht Stabilität hätte liefern können, war angehoben. Der enorm hohe Mast, der 30 Prozent höher als das Schiff lang war, dürfte das Kentern begünstigt haben. Das Wasser strömte anschließend offenbar durch Lüftungsluken ins Innere, ließ das Segelboot in Windeseile sinken.

Bis heute laufen Ermittlungen und die Frage nach der Verantwortung ist ebenfalls noch offen.

Streaming-Tipp: Die "terra X"-Doku "Das Drama der Superyacht Bayesian - Warum sinken Schiffe?" ist jederzeit abrufbar in der ZDFmediathek.

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