Taliban verfolgt und quält Musiker, Deutschland lässt ihn im Stich: "Haben keine Hoffnung mehr"

Leipzig - Mohammad Haqparast war ein bekannter Musiker in Afghanistan - bis die Taliban an die Macht kam. Unter der islamistischen Terrorgruppe ist Musik verboten, Künstler werden bedroht und verfolgt. Doch Mohammad wurde Hilfe von Deutschland zugesichert. Dann kam die neue Bundesregierung und mit ihr eine folgenschwere Wende. Die MDR-Doku "exactly" erzählt seine Geschichte.

Mohammad Haqparast und seine Familie gehören zu Tausenden Betroffenen.
Mohammad Haqparast und seine Familie gehören zu Tausenden Betroffenen.  © MDR/HA Kommunikation

Wie es sich anfühlt, wenn die eigene Heimat plötzlich nicht mehr sicher ist, mussten Mohammad und seine schwangere Frau am eigenen Leib erfahren.

Von den Taliban bereits einmal festgenommen und gefoltert, wünscht sich der Musiker lediglich eines: "Wir möchten an einem sicheren Ort leben."

Und das schien in der Vergangenheit bereits greifbar nah. Denn akut bedrohte Afghanen sollten mittels spezieller Aufnahmeprogramme in Deutschland Schutz finden.

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Mohammad bekam eine Aufnahmezusage. Doch die scheint plötzlich nichtig. Grund ist der Koalitionsvertrag der Regierung, welcher einen Stopp der Aufnahmeprogramme beinhaltet.

"Wir haben jetzt keine Hoffnung mehr, als hätte eine Bombe plötzlich unser Leben zerstört", die Angst - ein alltäglicher Begleiter der Familie.

"exactly": Frühere Bundesjustizministerin mit klarer Meinung

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (74) war Bundesjustizministerin. Sie klärt über die Umstände in Afghanistan auf.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (74) war Bundesjustizministerin. Sie klärt über die Umstände in Afghanistan auf.  © MDR/HA Kommunikation

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (74) war Bundesjustizministerin. Sie will auf die prekäre Lage in Afghanistan aufmerksam machen.

Laut ihr sind Menschenrechte dort quasi nicht vorhanden.

Vor allem Frauen leiden unter der Herrschaft der Taliban. Sie werden unter anderem in ihrer Bildung stark unterdrückt.

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"Es gibt Festnahmen. Willkürlich. Es gibt auch Folter", kritisiert sie die katastrophale Lage.

Geschichten wie die von Mohammad sind in Afghanistan allgegenwärtig. Wer nicht ins System passt, muss um sein Leben bangen.

In "exactly: Afghanistan und die Flüchtlinge - Deutschlands falsche Versprechen" kommen Betroffene zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Sehen könnt Ihr die Doku schon jetzt in der ARD-Mediathek oder am Mittwoch um 21.15 Uhr im MDR-Fernsehen.

Titelfoto: Montage: MDR/HA Kommunikation

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