"Das quält mich": Wachtveitl kann seinen letzten "Tatort"-Auftritt kaum ertragen

München - Am Ostersonntag und Ostermontag sagen die Münchner "Tatort"-Kommissare nach 35 Jahren ein letztes Mal Servus. Zwar stand Udo Wachtveitl (67) gerne als "Franz Leitmayr" vor der Kamera, dennoch wird er sich seinen finalen TV-Moment nicht ansehen.

Von links: Miroslav Nemec (71, l. Rolle: Kriminalhauptkommissar Ivo Batic) und Udo Wachtveitl (67, Rolle: Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr).
Von links: Miroslav Nemec (71, l. Rolle: Kriminalhauptkommissar Ivo Batic) und Udo Wachtveitl (67, Rolle: Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr).  © ARD Mediathek/ARD Mediathek/obs

Zusammen mit Miroslav Nemec (71) begeisterte Wachveitl als Münchner Kult-Duo "Leitmayr und Batic" die "Tatort"-Zuschauer.

Seine eigenen Folgen schaute sich der 67-Jährige jedoch nur ungern an. Im Podcast "Blaue Couch" gestand er: "Es hat mich eigentlich immer gequält." Um dennoch auf Presseanfragen vorbereitet zu sein, schaltete er die Krimireihe häufig zur Ausstrahlung um 20.15 Uhr ein.

Ganz anders hingegen Miroslav Nemec: Seinen finalen "Tatort"-Auftritt lässt er sich unter keinen Umständen entgehen – selbst im Urlaub nicht. "Ich bin in Istrien unten und werde es mir mit Freunden angucken."

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Doch warum will Udo Wachtveitl seine gefeierten "Tatort"-Auftritte nicht sehen? Für ihn war es lange befremdlich, die eigene Stimme zu hören. Der 67-Jährige erklärt: "Wenn Leute sagen: 'Das glaube ich Ihnen nicht, dass Sie es nicht anschauen', dann erinnere ich sie daran, wie es war, als sie das erste Mal ihre Stimme auf einem Anrufbeantworter gehört haben. Da denkt dann jeder: Das bin ich doch gar nicht."

Mittlerweile hat sich Wachtveitl zwar mit seiner eigenen Stimme arrangiert. Ganz verschwunden ist das Unbehagen aber nicht: Sich selbst im Fernsehen zu sehen, fällt ihm weiterhin schwer. "Das Bild mag ich nach wie vor nicht besonders, und das quält mich."

Wachtveitl hadert mit dem Schnitt seiner Szenen

Nach 35 Jahren ist Schluss für die Münchner Kommissare.
Nach 35 Jahren ist Schluss für die Münchner Kommissare.  © Walter Wehner/BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/dpa

Auch gegenüber dem Produktionsteam würde der "Tatort"-Kommissar gerne mal auf den Tisch hauen. Denn mit einigen gewählten Szenen war er nicht immer einverstanden: "In dem Moment würde ich eigentlich am liebsten immer sagen: Nein, da gab es einen besseren Take! Nein, da hat er mich echt dumm geschnitten! Nein, was hat er denn da für einen Blick reingemacht, der war eigentlich in einem ganz anderen Zusammenhang."

Doch ganz desinteressiert an seiner eigenen schauspielerischen Leistung scheint Wachveitl dann doch nicht zu sein. So frage er am nächsten Tag "wie es war, wie es die Leute gefunden haben". Für seine Nerven sei es aber immer noch besser, die Folgen nicht selbst anzusehen. "Das tu' ich mir nicht an, das regt mich zu sehr auf."

Für den Fall der Fälle, doch mal Lust an seiner eigenen Produktion zu bekommen, zeichnet der 67-Jährige jede Folge auf – immerhin. "Irgendwann hab ich auch mal den Mut, die anzuschauen."

Titelfoto: ARD Mediathek/ARD Mediathek/obs

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