Opern-Mitarbeiter in Gefahr! Phantom mordet im "Tatort"
Köln - Als Königin der Nacht zur öffentlichen Aufbahrung drapiert, finden die Kommissare die Leiche einer Frau in der Kölner Oper. Diese Inszenierung im "Tatort: Die Schöpfung" ist nicht zufällig gewählt, wie der Zuschauer am heutigen Sonntag, um 20.15 Uhr, im Ersten erfahren wird.
Während der Endproben für die Premiere von Joseph Haydns "Die Schöpfung" wird Rüstmeisterin Elli Zander (Ines Lutz, 42) ermordet. Die "Herrin der siebten Kammer", wie Intendant Darius Henning (Stephan Grossmann, 54) sie nennt, wurde erschossen – mit einer Pistole aus ihrer eigenen Waffenkammer.
Für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 65) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, 64) erweist sich die Suche nach dem Mörder als schwierig, weil unzählige Menschen Ein- und Ausgang auf der Dauerbaustelle namens Oper haben.
"Eva weiß alles", heißt es. Elektrikerin Eva Krüger (Katja Bürkle, 47) erweist sich als wertvolle Informationsquelle für die Ermittler. Als stellvertretende Projektleiterin kennt sie jeden im Haus.
Dann überschlagen sich die Ereignisse: Der Schuhmacher Wilhelm "Willi" Köpke (Aljoscha Stadelmann, 51) wird erhängt vorgefunden. Gleichzeitig taucht ein Phantom in der Oper auf.
Und die Suche nach einem dritten Opfer beginnt: Auf dem Kostüm von Elli Zander werden Blutspuren und ein weiteres Einschussloch gefunden.
Im selben Kleid wurde bereits ein Mann ermordet.
Lohnt sich das Einschalten beim Kölner "Tatort"?
Definitiv. Wie immer erwartet den Zuschauer ein solider Krimi. Und dieses Mal erhält man zusätzlich noch einen spannenden Blick hinter die Kulissen einer Oper, über den sich auch die beiden Hauptdarsteller freuten.
"Von draußen oder von den Publikumsrängen hast du ja keine Vorstellung von der Dimension eines solchen Bauwerks", erklärte Klaus J. Behrendt dem WDR.
2012 begann die Sanierung des Opernhauses am Kölner Offenbachplatz. Aus ursprünglich drei Jahren Bauzeit wurden 14, was in diesem "Tatort" selbstverständlich nicht unkommentiert bleibt.
Seitdem stand kein Künstler mehr auf deren Bühne - außer die "Tatort"-Schauspieler. "Genau DAS habe ich am ersten Drehtag auf der Opernbühne im Riphahn-Bau zu Klaus J. Behrendt und dem Kollegen Stephan Grossmann, der so wunderbar den Intendanten 'gibt', gesagt: Egal, mit welcher Oper dieses wunderbare, alte, neue Haus seine Wiedereröffnung feiern wird: Wir drei waren die Ersten hier on stage!!!", betonte Dietmar Bär.
Einziger Kritikpunkt, für den das Kölner Team nichts kann: Vor zwei Wochen lief mit dem Münchner "Tatort: Das Verlangen" bereits ein Fall, der in einem ähnlichen Umfeld spielte und vergleichbare Szenen aufwies.
Das hätte bei der Programmplanung durchaus beachtet und mehr Abstand zwischen beiden Filmen gelassen werden können.
Titelfoto: WDR/Thomas Kost

