Tödliches WG-Leben in Bremen: Was diesem "Tatort" leider fehlt
Bremen - Keiner will mehr etwas mit ihr zu tun haben, in ihrer WG fühlt sie sich ausgeschlossen und dann ist sie tot. Im "Tatort: Wenn man nur einen retten könnte", der am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten läuft, wird eine Bremer Studentin vor einem Nachtclub ermordet.
Annalena Höpken (Annika Gräslund, 27) wurde offenbar eine Treppe hinuntergestoßen und starb an einem Genickbruch. Als Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer, 36) und Linda Selb (Luise Wolfram, 38) den Fundort der Leiche untersuchen, flüchtet ein mutmaßlicher Augenzeuge vor den Ermittlerinnen.
Selb nimmt die Verfolgung auf, wird ausgeknockt und landet im Krankenhaus.
Ihre Kollegin schnappt sich spontan Patrice "Prince" Schipper (Tijan Njie, 34) vom Kriminaldauerdienst (KDD) als neuen Partner. Er ist anfangs nicht so begeistert von seiner neuen Aufgabe, doch fügt sich seinem Schicksal.
Das frisch zusammengefundene Ermittler-Duo befragt zunächst die Wohngemeinschaft der Toten und muss feststellen, dass sie alles andere als eine Gemeinschaft sind. Jeder liegt mit jedem irgendwie im Clinch. Hannes (Michael Schweisser) kassiert die überteuerte Miete von den anderen, macht sich ein schönes Leben, während seine Mitbewohner kaum wissen, wie sie ihr Leben finanzieren sollen.
Moormann und Schipper finden heraus, dass Annalena unter immensem Leistungsdruck litt und deswegen zu Aufputschmitteln griff. Doch woher hatte sie das Geld dafür?
Eine von vielen Fragen, die es zu beantworten gilt.
Lohnt sich das Einschalten beim Bremen-"Tatort"?
Na ja. In diesem Fall müssen die Zuschauer leider auf die besondere Dynamik beziehungsweise Reibung zwischen Moormann und Selb, die das Bremer "Tatort"-Team sonst so sehenswert macht, verzichten.
"Beide merken, wie sehr sie sich brauchen für das gegenseitige Vorankommen. Aber natürlich thematisieren sie das nicht, sondern frotzeln miteinander, wie sonst auch im Kommissariat", erklärt Luise Wolfram gegenüber Radio Bremen.
Mit "Prince" ist zwar ein kompetenter Ersatz gefunden worden, aber irgendwie springt der Funke nicht über. Bei seiner Arbeit "überschreitet er niemals Grenzen und ordnet sich mühelos unter, arbeitet seinen Vorgesetzten zu und unterstützt sie, wo es nötig ist. Durch diese Mischung aus Professionalität, Offenheit und menschlicher Wärme ist Prince eine verlässliche, stabilisierende Kraft im Ermittlungsalltag", so Darsteller Njie.
Allerdings macht genau das die Figur auch langweilig.
Titelfoto: Radio Bremen/Magdalena Stengel

