Trotz Erhöhung des Rundfunkbeitrags: MDR zu massiven Sparmaßnahmen gezwungen

Von Andreas Hummel

Leipzig - Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) bereitet weitere Einsparungen in Millionenhöhe vor.

Selbst bei einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags müsste der MDR satte 30 Millionen Euro sparen.
Selbst bei einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags müsste der MDR satte 30 Millionen Euro sparen.  © Jan Woitas/dpa

Damit reagiert der Sender auf die Empfehlung der unabhängigen Expertenkommission KEF, wonach der monatliche Rundfunkbeitrag ab 2027 auf 18,64 Euro steigen soll. Sollte diese Höhe beschlossen werden, "müssen wir bis Ende 2028 allein als MDR zusätzlich weitere 30 Millionen Euro sparen", erklärte Intendant Ralf Ludwig im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung" und der "Leipziger Volkszeitung". "Käme gar keine Erhöhung, wären es weitere 60 Millionen Euro."

Derzeit liegt der Rundfunkbeitrag bei 18,36 Euro im Monat pro Haushalt. Im 24. Bericht vom Februar 2024 hatte die KEF eine Anhebung auf 18,94 Euro ab 2025 empfohlen.

Weil nicht alle 16 Länder zustimmten, blieb die Erhöhung ganz aus. Deswegen haben ARD und ZDF Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Einschnitte und neue Formate: "Wir müssen näher an die Leute ran."

Laut MDR-Intendant Ralf Ludwig benötige es mehr Dialogformate, in denen die Bevölkerung zu Wort kommt.
Laut MDR-Intendant Ralf Ludwig benötige es mehr Dialogformate, in denen die Bevölkerung zu Wort kommt.  © Jan Woitas/dpa

Jüngst hatte die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) nun ihre frühere Empfehlung um 30 Cent gesenkt. Begründet wird das mit höheren Einnahmen, weil sich die Zahl der beitragspflichtigen Wohnungen günstiger entwickelt habe als prognostiziert. 

Der MDR habe bereits ein Sparprogramm von 160 Millionen Euro unter der Annahme geschnürt, dass der Beitrag auf 18,94 Euro steige, erklärte Ludwig. Sollte die Beitragserhöhung geringer ausfallen oder ganz ausbleiben, sei eine weitere Sparrunde nötig. 

"Wir werden die Menge etwas eingrenzen und Teile der frei werdenden Kapazitäten nutzen, um für das Publikum bleibende Formate zu stärken und neue zu entwickeln", sagte Ludwig.

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Generell werde über Einschnitte ins Programm zu reden sein, aber auch über "Einschnitte im Haus". Andererseits benötige der MDR mehr Dialogformate, in denen die Bevölkerung zu Wort komme. Ludwig: "Wir müssen näher an die Leute ran."

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa

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