Von wegen alles "Happy": Die heile Fernsehwelt ist im "Tatort" mörderisch
Köln – Freddy Schenk (Dietmar Bär, 65) ist außer sich – vor Freude. Der Kommissar darf ans Set der Kindershow "Sachen und Lachen", die er früher immer mit seiner Enkelin Frida geschaut hat. Doch ihm offenbart sich im neuen "Tatort: Showtime" alles andere als eine heile Fernsehwelt, wie am heutigen Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist.
Mit seinem Kollegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 66) ermittelt Schenk in den Kölner Fernsehstudios, weil der Kameramann Stefan "Happy" Glück (Niels Bormann, 52) ermordet im Kofferraum seines ausgebrannten Autos aufgefunden wird.
Die Spuren, unter anderem Fasern eines Kostüms, führen ans Set.
Obwohl oder gerade weil das Show-Team seit Jahren zusammenarbeitet, geht es hinter der Kamera bei Weitem nicht so harmonisch wie auf dem Bildschirm zu.
Der exzentrische Star Frank Anders (Max Giermann, 50) rasselt immer wieder mit dem Puppenspieler Yassin Meret (Erkan Acar, 48) aneinander. Und auch mit dem Mordopfer soll es einen heftigen Streit gegeben haben, wie seine Kollegen andeuten.
Ballauf und Schenk finden heraus, dass "Happy" kurz vor seiner Ermordung noch eine saftige Gehaltserhöhung bekam. Was war der Grund dafür?
Und ergibt sich daraus ein Mordmotiv? Das müssen die beiden Ermittler klären.
Lohnt sich das Einschalten beim Kölner "Tatort"?
Ja, allein schon wegen Max Giermann. Als Frank Anders ist er nicht nur der Star der kleinen Zuschauer, sondern auch der Star dieses Falls.
Dabei wäre er fast nicht dazu gekommen. "Zunächst habe ich mich nicht in der Rolle gesehen, aber nach einem Telefonat mit der Regisseurin Isabell Šuba war ich angefixt", erklärte der Schauspieler im WDR-Interview.
Giermann kennen die meisten Zuschauer wegen seiner Parodien berühmter Persönlichkeiten, zum Beispiel Klaus Kinski (1926-1991).
Die Arbeit an der "Tatort"-Rolle war "ganz anders als bei einer Parodie, bei der man sich von außen und eher technisch annähert. Bei Frank Anders ging es mehr darum, sich in diesen exzentrischen Charakter hineinzufühlen und eine imaginäre Welt zu erschaffen."
Dem 50-Jährigen ist es mehr als gelungen, den nach außen hin charmanten Entertainer zu mimen, der eine ganz andere Seite in sich verbirgt. Sehr sehenswert!
Titelfoto: WDR/Bavaria Fiction/Martin Valentin Menke

