Mehr als nur ein Krimi: Genau diesen "Polizeiruf 110" braucht es zum Weltfrauentag
Magdeburg - Marwa (Melissa Gross, 21) fährt nach der Arbeit mit dem Fahrrad nach Hause. Als sie an einer roten Ampel halten will, rollt sie ungebremst weiter. Was im "Polizeiruf 110: Your Body. My Choice" nach einem tragischen Verkehrsunfall aussieht, war Mord. Am heutigen Sonntag um 20.15 Uhr ist der neue Fall aus Magdeburg im Ersten zu sehen.
Doreen Brasch (Claudia Michelsen, 57) erfährt am Tatort, dass die Bremskabel durchgeschnitten wurden. Ihre Ermittlungen führen die Kommissarin zu Marwas Arbeitgeber – einer Frauenarztpraxis, die auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt.
Genau dort sucht Dania (Nicola Magdalena Lüders, 26) gerade Hilfe. Die junge Polin ist ungewollt schwanger. Weil es in ihrer Heimat keine legale Möglichkeit für eine Abtreibung gibt, reist sie nach Magdeburg.
Unterstützt wird sie dabei von Aktivistin und "Abortion Buddy" Lara Becker (Luna Jordan, 24), die sie zu Dr. Doro Schöller-Hahnfeld (Jenny Schily, 58) begleitet. Vor deren Praxis warten wie jeden Tag schon radikale Abtreibungsgegner, die Dania verunsichern.
Brasch drängen sich immer mehr Fragen auf: War der Mordanschlag eine direkte Botschaft an die Praxis? Oder steckt ein ganz anderes, persönliches Motiv dahinter?
Lohnt sich das Einschalten beim "Polizeiruf 110" aus Magdeburg?
Definitiv. Zwar ist dieser "Polizeiruf 110" ein Krimi, in dem Braschs oberstes Ziel ist, den Mörder zu finden. Doch in diesem Film stehen die Geschichten der drei Episodenhauptrollen im Vordergrund.
Das viel diskutierte Thema Abtreibung wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt: einer Schwangeren, einer Aktivistin und einer Ärztin, die sich Hass, Drohungen und Protesten widersetzen müssen und für Selbstbestimmung kämpfen.
Das Sendedatum für diesen Fall ist kein Zufall. "Der Film kann definitiv als Statement zum Weltfrauentag verstanden werden", erklären Autorin Annika Tepelmann (56) und Regisseurin Franziska Schlotterer (53) im MDR-Interview.
"Unser Ziel war es, eine spannende und berührende Geschichte zu erzählen, die die Auswirkungen der gesellschaftlichen Debatte über Abtreibung auf betroffene Frauen zeigt."
Der Titel "Your Body. My Choice" ist dabei bewusst gewählt. "In diesem radikalen Slogan verdichtet sich der absurde Besitzanspruch über den weiblichen Körper. Wir laden das Publikum ein, sich mit dem Thema aus der Sicht von drei Frauen auseinanderzusetzen."
Titelfoto: MDR/Britta Krehl

