Wie Billie Eilish und Ed Sheeran: Santiano bekommt dieses Erfolgsformat
Hamburg - "Es hatte wirklich diesen Wohnzimmer-Touch", sagt Björn Both (61). Mit seiner Band Santiano ist er vor knapp 100 Zuschauern in Hamburg aufgetreten. Der Anlass gleicht einem Ritterschlag: Nach Megastars wie Billie Eilish (24) und Ed Sheeran (35) haben die Musiker als erste deutsche Künstler eine Folge des Erfolgsformats "Amazon Music Songline" (ab sofort bei YouTube abrufbar) aufgenommen.
"So nah waren wir den Fans noch nie, noch nicht mal am Anfang unserer Karriere. Sie konnten dir direkt auf die Finger oder auf den Hintern gucken", scherzt der Sänger im TAG24-Interview.
Drehort für die Dokumentation, die auch Ausschnitte des Live-Konzerts enthält, war die "Fabrik" in Hamburg. "Dass es so eine altehrwürdige Location in Hamburg geworden ist wie die 'Fabrik', wo wir alle als Steppkes hingegangen sind, wo wir alle unsere Helden damals gesehen haben, als sie selber noch nicht groß waren, das ist schon geil."
Both erinnert sich an Bands wie U2 und Simple Minds, die dort aufgetreten sind. "Das war sehr oft in der 'Fabrik', dass man Leute, die später dann noch viel größer geworden sind, dort zum ersten Mal gesehen hat."
Bei Santiano ist es nun andersherum: Sie spielen als bereits erfolgreiche Künstler dort ein Konzert.
Hamburg spielte eine bedeutende Rolle
Und dann noch im besonderen Rahmen von "Songline": "Als wir erkannt haben, wir können uns dort auf eine andere Art und Weise darstellen, haben wir das natürlich sehr, sehr gerne gemacht."
Mit seinen Kollegen blickt der 61-Jährige unter anderem auf die Anfänge von Santiano zurück und erklärt, welch bedeutende Rolle Hamburg dabei spielte.
"Hamburg ist eine weltberühmte Hafenstadt, das Tor zur Welt. Und wir sind eine maritime Band. Wenn Hamburg uns auslacht, dann haben wir verloren. Hamburg musst du natürlich auf deine Seite ziehen, das ganze mentale Ding, alles was hinter Seefahrt, hinter all den Attributen und den Werten steht. Wenn du Hamburg nicht auf deiner Seite hast, dann kannst du das vergessen."
Die Folge mit den Musikern aus Deutschlands Norden ist aber auch wegen des Live-Auftritts sehenswert. "Wir haben gesagt, wir nehmen auf jeden Fall zur Hälfte neue Songs, weil wir gerade ein neues Album herausgebracht haben, und um nicht allzu sehr in der Vergangenheit rumzutoben."
Doch auch für ihre bekannten Hits haben sich die Musiker etwas einfallen lassen: "Bei den alten Titeln haben wir versucht, die schon umzubauen, aber so, dass man den Titel natürlich noch erkennt und auch die Qualitäten des Titels drinnen behält. Das ist eine gute Gelegenheit bei so einem Format. Das würden wir im normalen Konzertbetrieb so nicht machen."
Da ist auf jeden Fall die ein oder andere Überraschung dabei.
Titelfoto: Amazon Music/Trent Grenell

