Sechsköpfige Sachsen-Familie schrubbt täglich viele Kilometer: "Natürlich sitzt jeder einzeln im Auto"

Arzberg - Familie Hochstein braucht eine Top-Organisation. Die sechsköpfige Sippe lebt in der nordsächsischen Gemeinde Arzberg und ist wegen fehlender Alternativen aufs Auto angewiesen. Täglich muss zwischen verschiedenen Ort gependelt werden - eine mentale Belastung.

Diese Straße nach Arzberg zeigt, wie idyllisch es hier an der nordsächsischen Grenze ist.
Diese Straße nach Arzberg zeigt, wie idyllisch es hier an der nordsächsischen Grenze ist.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Es ist 5 Uhr morgens, Ina Hochsteins Wecker klingelt. Die Mutter bereitet das Frühstück für ihre vier Söhne vor. 6.45 Uhr ist der älteste Sohn Richard schon aus dem Haus, nachdem er von der Mutter seines Klassenkameraden Luca abgeholt und in die 30 Minuten entfernte Schule gefahren wurde, wird in der ZDF-Sendung "Am Puls" berichtet.

Mit ihren drei anderen Kindern und ZDF-Moderator Mitri Sirin (53) geht's ins Auto. Ernst und Artur müssen in die Schule, Wilhelm in den Kindergarten. Kurz nach 8 Uhr sind alle abgeliefert. Weiter geht es ins 30 Kilometer entfernte Pausnitz, wo Ina im Büro eines landwirtschaftlichen Betriebes arbeitet.

"So stell' ich mir das Landleben vor", sagt Sirin auf der Fahrt vorbei an Wiesen und Feldern. "Nur hört die Romantik auf, wenn man kein Auto hat?" Die Agraringenieurin bejaht.

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Sie musste zeitweise noch zweimal pro Woche nach Torgau zum Sport fahren. Von Arzberg aus waren das 30 Minuten pro Strecke. "Und dann noch zur Arbeit, da schrubbt man schon Kilometer", so die vierfache Mutter.

Am Puls (ZDF): "Heute hat jeder Gleitzeit und sitzt natürlich einzeln im Auto"

Der Öffentliche Personennahverkehr ist auch in Arzberg eingeschlafen. (Symbolbild)
Der Öffentliche Personennahverkehr ist auch in Arzberg eingeschlafen. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Sie erzählt, dass sie das Auto "für alle" Erledigungen brauche. "Über Jahrzehnte wurden Bahnlinien eingestellt, weil es sich vielleicht nicht gelohnt hat. Früher gab es riesige Betriebe, die ihren Werksbus hatten. Heute hat jeder Gleitzeit und sitzt natürlich einzeln im Auto."

Nach Feierabend muss Ina Hochstein - wie jeden Tag - ihren Sohn Richard und Kumpel Luca von der Schule in Belgern-Schildau abholen. Die Hinfahrt übernehmen ja Lucas Eltern.

Auf dem Rückweg geht es mit einer Fähre über die Elbe, Luca muss im Arzberger Nachbarort Nichtewitz abgesetzt und Sohnemann Ernst bei einem Freund aufgesammelt werden. Erst dann geht es nach Hause.

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Ohne Fahrgemeinschaft müsste der älteste Sohn Richard mit dem Bus fahren - inklusive zwei Umstiegen und einer je eine Stunde längeren Fahrt, was ein zeitigeres Aufstehen zur Folge hätte.

Ist es für die Hochsteins also unmöglich, ohne Auto zu leben? "Fast unmöglich. Mit Kindern ist es schon schwierig."

Die ganze "Am Puls"-Folge zeigt das ZDF am Montag (20. Mai) ab 19.20 Uhr. Vorab ist sie ab sofort in der Mediathek abrufbar.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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