Landtagswahl in Baden-Württemberg: Merz schwört CDU ein - "knapper als wir gedacht haben"

Stuttgart - Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag zeichnet sich ein enges Rennen zwischen CDU und Grünen ab. Die AfD kann derweil auf starke Zugewinne hoffen.

Wer gewinnt die Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag?
Wer gewinnt die Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag?

Laut neuester Umfrage (im Auftrag des ZDF-"Politbarometer Extra") liegen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir (60) und die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) mit 28 Prozent gleichauf.

Die Grünen, Wahlsieger der letzten Landtagswahl, erreichten 2021 noch 32,6 Prozent.

Die SPD komme laut Umfrage auf 8 Prozent. Für Linke und FDP könnte es mit 5,5 Prozent knapp werden.

Kurz vor BaWü-Landtagswahl: Viele Wähler noch unentschlossen
Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 Kurz vor BaWü-Landtagswahl: Viele Wähler noch unentschlossen

Einen großen Stimmenzuwachs erhofft sich derweil die AfD, die Markus Frohnmaier (35) ins Rennen um den Ministerpräsidentenposten geschickt hat. Kam die Partei 2021 noch auf 9,7 Prozent, steht sie in der neuesten Umfrage bei 18 Prozent.

Alle Informationen rund um die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet Ihr hier im TAG24-Liveticker.

6. März, 21.31 Uhr: Friedrich Merz schwört auf Wahl-Endspurt in Baden-Württemberg ein

CDU-Bundeschef und Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat den Wahlkämpfern seiner Partei in Baden-Württemberg Mut zugesprochen auf den letzten Metern des Wahlkampfs.

Die Landtagswahl am Sonntag werde knapp, sagte Merz beim Wahlkampfabschluss der Südwest-CDU in Ravensburg.

"Die wird knapper als wir gedacht haben". Der ein oder andere möge darüber nachdenken, gelb zu wählen oder gar dunkelblau, sagte er ins Publikum. Aber: "Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen."

Derzeit liegen Grüne und CDU in Baden-Württemberg in Umfragen etwa gleichauf und werden wohl auch wieder miteinander koalieren müssen. Ein anderes Bündnis scheint rechnerisch derzeit nicht möglich - das heißt, dass die Wahl vor allem darüber entscheiden dürfte, ob Grüne oder CDU den nächsten Ministerpräsidenten stellen.

Friedrich Merz (70) trat am Freitag in Ravensburg auf.
Friedrich Merz (70) trat am Freitag in Ravensburg auf.  © Felix Kästle/dpa

6. März, 19.11 Uhr: Noch Fragen zur Landtagswahl? Podcast klärt auf

Die Landeszentrale für politische Bildung klärt auf. Rund um die Landtagswahlen im Ländle informiert ein Podcast mit dem Titel "Politisch bildet". Darin werden unter anderem die Wahl ab 16 oder die Sicherheit einer Briefwahl beleuchtet.

6. März, 14.46 Uhr: Grünen-Landechefin spricht von "Fake News"

Grünen-Landeschefin Lena Schwelling weist die Kritik der CDU zurück. "Will die CDU jetzt ernsthaft skandalisieren, dass die Grüne Jugend dazu aufruft, Cem Özdemir zu wählen und nicht den Gegenkandidaten?".

Zugleich wirft sie der CDU vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Die Junge Union verbreite in einem Mobilisierungsaufruf, die Grünen wären für Massenentlassungen verantwortlich. Zudem verbreite Agrarminister Peter Hauk (CDU) "offen Fake News". "Das ist mittlerweile bizarr", so Schwelling.

Die Co-Landeschefin der Grünen bezieht sich damit auf ein Video, das Hauk auf Instagram geteilt hatte. Darin sagt der Agrarminister wörtlich: "Die Grünen sind für ein Verbot von Privatautos." Belege für die Behauptung nennt Hauk nicht. Im Wahlprogramm der Grünen ist davon keine Rede.

6. März, 12.41 Uhr: Manuel Hagel laut Grüner Jugend nicht bereit als Ministerpräsident

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die CDU die Grünen heftig für deren Wahlkampfführung kritisiert. "Die Grünen haben ihren moralischen Kompass verloren", sagte der Generalsekretär der Landes-CDU, Tobias Vogt (40).

"Wer sein eigenes Parteilogo und seine Inhalte verstecken muss, dem bleibt am Ende offenbar nur noch der Griff in die Schmutzkiste."

Konkret stört sich die CDU an einem Aufruf der Grünen Jugend auf Bundesebene. Auf einer Kampagnenseite ruft die Jugendorganisation der Grünen dazu auf, im Wahlkampfendspurt Verwandte und Bekannte anzurufen. "Manuel Hagel ist nicht bereit als Ministerpräsident!", heißt es in dem Aufruf über den CDU-Spitzenkandidaten. Eine Pressesprecherin der Grünen Jugend bestätigte, dass der Aufruf von der Jugendorganisation stamme.

Die Grünen hätten ihren moralischen Kompass verloren, kritisiert der Generalsekretär der Landes-CDU, Tobias Vogt (40).
Die Grünen hätten ihren moralischen Kompass verloren, kritisiert der Generalsekretär der Landes-CDU, Tobias Vogt (40).  © Bernd Weißbrod/dpa

6. März, 12.25 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Hagel gerät bei Schulbesuch mit Lehrerin aneinander

Der CDU-Spitzenkandidat gerät bei einem Schulbesuch vor laufenden Kameras mit einer Lehrerin aneinander und fährt ihr über den Mund - der Clip wird im Netz tausendfach geteilt.

"Ich bin ja jetzt auch kein Roboter, sondern ein Mensch mit ganz normalen Gefühlen", erklärte der CDU-Frontmann im Nachgang dem Nachrichtensender Welt. Manchmal sage man "im Eifer des Gefechts" etwas, wo man hinterher denke, "das hätte man auch freundlicher sagen können".

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6. März, 9.27 Uhr: Hagel kritisiert Ölkonzerne für hohe Spritpreise

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) unterstützt ein Vorgehen gegen die stark gestiegenen Spritpreise.

Dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Prüfung durch das Bundeskartellamt angekündigt hatte, sei goldrichtig, sagte Hagel im ZDF-Morgenmagazin.

"Es darf nicht sein, dass sich jetzt Multikonzerne, dass sich die Ölkonzerne jetzt mit diesem Leid, mit diesem Elend die Taschen voll machen zulasten der Baden-Württemberger."

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) will gegen Ölkonzerne vorgehen.
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) will gegen Ölkonzerne vorgehen.  © DPA / Uwe Aspach

6. März, 8.26 Uhr: Auch für die Souveränität weg von Öl und Gas

Die Energiewende weg von Öl und Gas ist für Cem Özdemir (60) auch eine Frage von Unabhängigkeit und Sicherheit. "Wo kommen denn die fossilen Energieträger her?", fragte der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im ZDF-Morgenmagazin.

"Es sind fast alles autoritäre Gesellschaften." Özdemir ergänzte: "Das Geld deutscher Steuerzahler fließt in den Nahen Osten und kommt zurück beispielsweise in Form auch von Islamismus."

Özdemir warf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, ein Problem mit erneuerbaren Energien zu haben. "Das Thema Wärmepumpe ist jetzt ihr großes Problem." Eine Abhängigkeit von fossilen Energien hat aus Sicht des Grünen-Politikers große Nachteile: "Es wird teurer, es ist schlecht fürs Klima, es ist aber auch schlecht für die Souveränität des Landes."

6. März, 8.01 Uhr: Darum ist die AfD in Baden-Württemberg so stark

So hoch wie im Osten ist der Zuspruch zur AfD in Baden-Württemberg nicht. Aber wenn am Sonntag der neue Landtag gewählt wird, könnte es das erste westdeutsche Bundesland werden, in dem die Partei die 20-Prozent-Marke knackt. Um den Wert pendelte sie in jüngsten Umfragen.

Bei der Bundestagswahl 2025 erhielt die AfD, die der Verfassungsschutz im Südwesten als rechtsextremistischen Verdachtsfall beobachtet, 19,8 Prozent der Zweitstimmen. Mehr als doppelt so viel wie 2021 und nur ein Prozentpunkt weniger als der bundesweite Wert.

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6. März, 6.45 Uhr: AfD beendet Wahlkampf in Rottweil

Beim Wahlkampfabschluss der AfD für die kommende Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Bundesparteichef Tino Chrupalla seine Partei auf ein starkes Ergebnis eingeschworen.

"Kämpft bis zum 8. März, damit wir hier ein Ergebnis von 20 Prozent plus schaffen. Das ist wirklich unser Ziel", sagte Chrupalla auf der Veranstaltung in Rottweil. "Dann haben wir unser altes Ergebnis mehr als verdoppelt." Neben Chrupalla sprach auch die Co-Bundesvorsitzende Alice Weidel.

Gleichzeit kritisierte Chrupalla scharf die aktuellen Regierungsparteien im Land. "Es ist sowieso eine grüne Politik, ob man nun CDU wählt oder Grüne. Es bleibt grün und es bleibt vor allen Dingen die falsche Politik in Baden-Württemberg." In einem Land, in dem Autohersteller und der Mittelstand zuvor floriert hätten, seien die Kassen klamm. "Daran sieht man eigentlich, wie schlecht es diesem Land geht und welch falsche Politik gemacht wurde in den letzten zehn, zwanzig Jahren", sagte Chrupalla.

6. März, 6 Uhr: Grüne und CDU liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen

Vor der Landtagswahl am Sonntag in Baden-Württemberg deutet eine Umfrage auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Wahlsieg. Im ZDF-"Politbarometer Extra" liegen CDU und Grüne beide mit 28 Prozent gleichauf.

Damit haben die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir in der Wählergunst erneut zugelegt und den Abstand zur lange führenden CDU geschlossen.

In der letzten "Politbarometer"-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom vergangenen Freitag hatten die Grünen noch bei 25 Prozent gelegen. Die CDU von Spitzenkandidat Manuel Hagel hat der Umfrage zufolge im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls einen Prozentpunkt zugelegt. Über Monate hatte die CDU aber teils deutlich vor den Grünen gelegen, die mit Winfried Kretschmann derzeit noch den Regierungschef stellen. Kretschmann tritt nicht wieder an.

Nach Angaben der Meinungsforscher sind aber weiter größere Veränderungen noch möglich. 32 Prozent der Befragten wüssten noch nicht sicher, ob und wen sie wählen wollen.

Die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, Manuel Hagel (37, CDU, r), und Cem Özdemir (60, Bündnis 90/Die Grünen)
Die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, Manuel Hagel (37, CDU, r), und Cem Özdemir (60, Bündnis 90/Die Grünen)  © Marijan Murat/dpa

5. März, 18.29 Uhr: CDU wirbt mit "10-Punkte-Sofortprogramm"

Nach einem möglichen Wahlsieg will die CDU in Baden-Württemberg ein "10-Punkte-Sofortprogramm" auf den Weg bringen.

"Die ersten Kabinettssitzungen einer CDU-geführten Landesregierung werden im Zeichen von Tempo und Verlässlichkeit stehen", teilte der Landesverband am Donnerstag mit. Zu den angekündigten Maßnahmen zählt etwa die Aussetzung aller "landesrechtlichen Berichts-, Dokumentation- und Schriftformerfordernisse", die Einführung einer "Task-Force Wirtschaft" oder die Verdopplung der Meisterprämie auf 3000 Euro.

Die CDU will nach einem möglichen Wahlsieg umgehend Maßnahmen in die Wege leiten. (Symbolbild)
Die CDU will nach einem möglichen Wahlsieg umgehend Maßnahmen in die Wege leiten. (Symbolbild)  © Bernd Weißbrod/dpa

5. März, 17.50 Uhr: Regionale Zeitungen entwickeln Alternative zum "Wahl-O-Mat"

Mit dem sogenannten "Party-Check" haben mehrere regionale Zeitungen, darunter die Südwest Presse, die Stuttgarter Zeitung und die Süddeutsche, eine Alternative zum bekannten "Wahl-O-Mat" entwickelt.

"Das funktioniert ähnlich wie beim bekannten Wahl-O-Mat, doch unser Tool basiert streng auf wissenschaftlichen Einschätzungen", schrieb etwa die Südwest Presse über ihr Produkt. Mehrere Politikwissenschaftler hätten demnach die Wahlprogramm der einzelnen Parteien beurteilt.

Ähnlich wie beim großen Vorbild, können Wähler beim "Party Check" ihre Haltung zu einer politischen Forderung angeben. Anders als beim "Wahl-O-Mat" ist es jedoch möglich, die eigene Zustimmung oder Ablehnung auf einer Skala (1 bis 20) genauer anzugeben.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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