Wolfgang Grupp gibt Revolver nach Suizidversuch ab: "Mein Sohn hat ihn unter Verschluss"
Von Aleksandra Bakmaz
Burladingen - Nach seinem Suizidversuch hat der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp (84) Konsequenzen gezogen.
"Mein Revolver, den ich aus Sicherheitsgründen hatte, ist nicht mehr da", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Mein Sohn hat ihn unter Verschluss." Auch seinen Jagdschein habe er nicht mehr.
Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres einen Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, hieß es in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter.
Er bedauere sehr, was geschehen sei, und würde es gerne ungeschehen machen, hatte der Unternehmer geschrieben.
Er habe den Schritt sofort bereut und sprach von einer belastenden Phase nach der Übergabe des Unternehmens, in der er sich vorgemacht habe, nicht mehr gebraucht zu werden, sagte Grupp.
Er nehme inzwischen Medikamente und arbeite weiterhin im Unternehmen mit - wenn auch mit geringerer Belastung.
Die Verantwortung liege heute bei seinen Kindern. Mehr als 2000 Zuschriften habe er nach dem Suizidversuch erhalten, viele davon von Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befunden hätten. "Das hat mich sehr bewegt."
Normalerweise berichtet TAG24 nicht über Suizide. Da es sich aber um eine prominente Persönlichkeit handelt, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren. Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym.
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Titelfoto: Marijan Murat/dpa
