Angststörungen unter Kindern: Teenie-Mädchen leiden besonders

Von Elke Richter

München - Die Zunahme der psychischen Störungen seit der Corona-Pandemie hat sich bei jugendlichen Mädchen auf einem besonders hohen Niveau verfestigt.

Jugendliche Mädchen von 15 bis 17 Jahren leiden im System offenbar besonders. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

In Bayern leiden Teenagerinnen zwischen 15 und 17 Jahren wesentlich häufiger als andere Minderjährige unter Angststörungen wie sozialen Phobien oder Panikattacken. Auch Depressionen und Essstörungen kommen in dieser Gruppe häufiger vor. Dies geht aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK Bayern hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag.

"Die Ergebnisse sind besorgniserregend und decken sich mit unseren Erfahrungen in der Praxis", bestätigte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen, Michael Hubmann.

Der Grund aus seiner Sicht: "Die Krisen reißen nicht ab – Pandemie, Klimawandel, Kriege, gesellschaftlicher Druck, Zukunftsängste. Das alles bleibt im Alltag junger Menschen präsent."

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Besonders stark zugenommen haben spezifische Angststörungen wie soziale Phobien, die sich mit plus 194 Prozent seit 2019 nahezu verdreifacht haben. Dabei leiden Betroffene unter Angst vor sozialen Situationen - etwa einem Treffen mit Gleichaltrigen - und einer negativen Bewertung durch andere.

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Krisen prägen wichtige Jahre bei Heranwachsenden

Auch Panikstörungen legten mit plus 86 Prozent seit der Pandemie stark zu. Rund 13.000 Teenie-Mädchen waren 2024 zudem wegen einer Depression in Behandlung, 3300 wegen einer Essstörung. Die Zahl derjenigen, die zeitgleich zwei psychische Erkrankungen hatten, hat sich dabei mehr als verdoppelt.

"Aus meiner Sicht brauchen wir einen Ausbau von Präventions- und Unterstützungsangeboten, und zwar dort, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen: in Schulen, Kitas und Jugendzentren", so Hubmann.

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