Beamte in Gefahr? Hier passieren deutlich mehr Gewalttaten
Von Marco Hadem
München - Landesweit sind im vergangenen Jahr allgemein weniger Beamte bei der Arbeit Opfer von Gewalttaten geworden als im Vorjahr. In den einzelnen Ressorts gibt es jedoch erhebliche Unterschiede: So gab es deutlich mehr Gewaltvorfälle an Bayerns Schulen.
"Wir konnten in 2025 einen Rückgang von fünf Prozent auf 8344 angezeigte Gewaltvorfälle verzeichnen. Dennoch ist jeder Gewaltvorfall ein Vorfall zu viel", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) unter Verweis auf die neueste Statistik.
Menschen, die ihre Arbeitskraft in den Dienst der Gesellschaft stellten, verdienten Respekt und umfassenden Schutz bei ihrer Tätigkeit. "Gewalt gegen Beschäftigte ist indiskutabel und wird im Freistaat in keinster Weise toleriert."
Die Zahlen innerhalb der einzelnen Ressorts würden sich erheblich unterscheiden: Während etwa im Geschäftsbereich des Innenministeriums sowie im Bereich der Justiz ein Rückgang um 490 angezeigte Vorfälle (6,2 Prozent) beziehungsweise um 33 angezeigte Vorfälle (6,1 Prozent) zu verzeichnen war, gab es im Ressort Kultus einen Anstieg um 92 angezeigte Gewaltvorfälle – das waren knapp 57 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auch das Wissenschaftsministerium teilte einen Anstieg um 25 angezeigte Gewaltvorfälle und damit ein Plus von mehr als 80 Prozent mit.
Gewaltschutzprogramm für Beamte in Bayern
Zum Schutz der bayerischen Beamten wurde vor fünf Jahren ein Gewaltschutzprogramm ins Leben gerufen. Die rückläufigen Zahlen zeigten, dass es wirke, so Füracker.
"Wir passen unser Programm daher gemeinsam mit dem Bayerischen Beamtenbund (BBB) laufend an die aktuellen Herausforderungen an und erweitern und verbessern unser Schutzkonzept kontinuierlich."
Die rückläufigen Angriffszahlen sind umso bemerkenswerter, da sich die Gesamtzahl der Beschäftigten des Freistaates 2025 massiv erhöhte – von knapp 338.000 Beschäftigten auf gut 354.000 Beschäftigte.
Der Beamtenbund forderte unterdessen eine Ausweitung der Gewaltstatistik auf die kommunale Ebene.
"Auf dieser Ebene fehlen uns gänzlich Erkenntnisse zur Entwicklung dieses Gewaltphänomens", sagte der BBB-Vorsitzende, Rainer Nachtigall.
Titelfoto: Maurizio Gambarini/dpa

