Nürnberg - Erst im Juli 2025 sorgte der Tiergarten Nürnberg bei Tierschützern für Empörung, nachdem er zwölf Guineapaviane (drei Männchen, neun Weibchen) töten ließ. Jetzt folgt der nächste Skandal: die Aufnahme eines Delfins, der kopfüber im Wasser schwebt. Die Organisation PETA erhebt daraufhin schwere Vorwürfe gegen den Zoo.
Aktuell gibt es in Deutschland nur noch zwei Zoos, die Delfine (Große Tümmler) halten und Delfinshows anbieten: der Tiergarten Nürnberg und der Zoo Duisburg,
Im März dokumentierten Tierschützer der Organisation PETA "apathisches und stereotypes Verhalten" der Delfine im Nürnberger Becken. Ein Tier trieb dabei wohl regungslos kopfüber im Wasser, während andere Delfine immer wieder im Kreis schwammen oder bewegungslos vor einem Schleusenbereich stehen blieben.
PETA fordert nun vom Direktor des Tiergartens Nürnberg, Dag Encke (61), ein Ende von Zucht und Haltung der sieben großen Tümmler und plädiert für ein betreutes Sanctuary im Meer.
Laut PETA seien die beobachteten "repetitiven Verhaltensmuster" auf "monotone oder stressreiche Umweltbedingungen" zurückzuführen.
Der Tiergarten weist die Vorwürfe der Tierrechtsorganisation gegenüber "merkur.de" entschieden zurück: "Die Aufnahmen zeigen ein normales Verhalten, das unsere Großen Tümmler in unterschiedlichen Situationen zeigen: Manchmal tun sie das zur Entspannung, manchmal spielen die Tiere auf diese Weise und produzieren dabei Luftblasen oder sie nehmen mit ihrem Sonar wahr, was gerade in ihrer Umgebung passiert."
Wichtig zu wissen: Zwischen Ende 2022 und April 2026 wurde das Delfinarium saniert, in dieser Zeit lebten die Tümmler in einem kleineren Becken.
Inzwischen konnten sie in ihre Lagune zurückkehren, die laut PETA nur etwa 0,25 Fußballfelder bei sieben Metern Tiefe umfasst.
Von Delfinen und Pavianen: Tierpark Nürnberg
Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Wassertiere bei PETA ist sich sicher, dass die Meerestiere in ihrem neuen "Betongefängnis leiden". Das sehe man gerade bei den neuen Aufnahmen aus März ganz deutlich. Auch gegen diesen Vorwurf setzt sich der Zoo zur Wehr. Während der Umbaumaßnahmen seien die Tiere regelmäßig untersucht worden, um zu gewährleisten, dass sich durch die Bauarbeiten keine negativen Auswirkungen ergeben.
Es ist jedoch nicht der einzige Shitstorm, der den Tierpark Nürnberg ereilte. Im Juli vergangenen Jahres tötete der Park zwölf Paviane wegen Platzmangels. Das Paradoxe: Bereits im August und Oktober 2025 gab es bei den Guineapavianen erneut Nachwuchs.